Show Less
Restricted access

Energetisches Regionalisieren

Transformationspraktiken der Energiewende am Beispiel der Biogaserzeugung

Series:

Fabian Faller

Die Energiewende ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Die räumlichen Aspekte dieser sozio-technischen Transformation sind Gegenstand der vorliegenden Studie, die sich auf die Bioenergieerzeugung im deutsch-luxemburgischen Grenzraum konzentriert. Inspiriert von der Praktikenforschung rücken routinierte und improvisierte soziale Handlungen der Betreiber von Biogasanlagen in den Mittelpunkt. Die Untersuchungsergebnisse decken die Routinen der Biogaserzeuger auf und zeigen, wie durch energetisches Regionalisieren die räumlichen Kontexte der Energiewende hervorgebracht und verändert werden. Damit rückt der Autor erstmals Praktiken der Energieerzeugung in den Forschungsfokus und legt zugleich einen innovativen Ansatz für deren Erforschung vor.
Show Summary Details
Restricted access

5 Biogaserzeugung im räumlichen Kontext

Extract



Die vorliegende Arbeit geht den Fragen nach, welche Regionalisierungen durch die Produktion von Biogas angestoßen werden und welche Einflüsse diese Regionalisierungen auf ökonomische Entscheidungen von Biogasproduzenten haben. In diesem Kapitel wird auf den Zusammenhang zwischen den Praktiken der Biogaserzeugung und dem Handlungsraum der Akteure eingegangen. In den anschließenden Kapiteln werden zuerst die Evolution dieses Zusammenhangs und dann die (Re)Produktion und Transformation von Energieregionen in Raum und Zeit fokussiert.

Wie bringen Praktiken der Biogaserzeugung räumliche Bezüge, also Energieregionen hervor und wie werden sie von räumlichen Aspekten beeinflusst? Grundsätzlich wird Raum durch die Weltbindung der vier Praxisphänomene (s. Kap. 3.3.1) hervorgebracht und sichtbar. Die Auseinandersetzung mit diesen Phänomenen im Kontext der Biogaserzeugung stellt folglich den Ausgangspunkt dar. Dabei rücken gesellschaftliche Kontexte, das spezifische Praxisfeld – begriffen als Routinen des Betriebs – und individuelle Wissensbestände in den Mittelpunkt der Betrachtung. Als verbindendes Element werden zudem Netzwerke diskutiert, deren Analyse Aufschluss über die räumliche Dimension der Energiewende verspricht (s. Kap. 3.2). Physisch-materielle Komponenten spielen eine wichtige Rolle für die Konstitution der sozio-räumlichen Ebenen und sind in die Darstellung der anderen Praxisphänomene integriert.

Wie in Kapitel 4.3 dargelegt, werden die Aussagen der Betreiber einerseits mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse und andererseits mit Hilfe der Argumentationsanalyse beleuchtet. Dabei konzentriert sich die qualitative Inhaltsanalyse anhand der vier Praxisphänomene auf die Frage, wie in von den Betreibern benannten Praxiselementen räumliche Kontexte mobilisiert werden, um eigenes Handeln...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.