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Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

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Ingo Fiedler

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.
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10 Die quantitative und qualitative Bewertung einzelner Glücksspielsegmente

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Die Unterschiede zwischen den einzelnen Glücksspielformen sind beträchtlich. Die Ziehung von Lotto 6aus49 findet zweimal die Woche statt und das Automatenspiel dauert nur wenige Sekunden. Bei Lotterien beträgt die Auszahlungsquote 50% und bei Sportwetten bis zu 97,5%. Bei den meisten Glücksspielen hat das Geschick keinen Einfluss auf das Spielergebnis, bei Poker, Black Jack und Sportwetten ist hingegen ein Einfluss vorhanden. Onlineglücksspiele werden online auf dem heimischen PC, dem Tablet auf dem Sofa oder in der S-Bahn auf dem Smartphone gespielt, für ein Rubbellos muss ein Kiosk aufgesucht werden, für die Teilnahme an Klassenlotterien wird ein Abonnement erworben, beim Gewinnsparen erfolgt eine automatische Lastschrift, für TV-Gewinnspiele wird ein Anruf getätigt und um Roulette zu spielen, muss der Spieler eine Spielbank aufsuchen. Entsprechend unterschiedlich ist das Klientel, das die verschiedenen Spielformen nachfragt. Auch das Suchtpotential der einzelnen Spielformen unterscheidet sich beträchtlich, wie die Prävalenzraten für pathologisches und problematisches Spielen unterteilt nach Spielform aufzeigen (vgl. Tabelle 4.12).

Doch obwohl sich die einzelnen Glücksspielformen stark voneinander unterscheiden, fehlt noch immer das Verständnis dafür, wie sich diese Unterschiede auf die Kosten- Nutzenbilanz auswirken [Hayward, 2004, S. 21]. Wildman & Chevalier fordern daher, zwischen den unterschiedlichen Glücksspielformen zu unterscheiden [Wildman & Chevalier, 2002]. Dieser Forderung nach Betrachtung einzelner Glücksspielsegmente wird in diesem Kapitel entsprochen. Dabei wird vor allem auf die in den vorangegangenen Kapiteln entwickelte Berechnung der Wohlfahrtsbilanz von Glücksspielen, sowie ergänzend...

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