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Die Commedia dell’arte im Theater des 20. Jahrhunderts

Veit Bessenbacher

Thema des Buches ist die Commedia dell’arte und ihre Bedeutung im 20. Jahrhundert. Veit Bessenbacher beschäftigt die Weitergabe von Harlekins Narrenpritsche an Zirkus und Slapstick-Comedy. Außerdem kommt die Wiederbelebung dieser italienischen Theaterform im europäischen Regietheater zur Sprache. Darüber hinaus widmet sich der Autor dem Einfluss der Commedia dell’arte auf das zeitgenössische deutschsprachige Drama. Dabei untersucht er zehn Dramen – vom frühen 20. Jahrhundert bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts – hinsichtlich darin vorkommender Commedia dell’arte-Elemente. Das Buch schließt mit einem kurzen Ausblick auf die Zukunft der Commedia dell’arte.
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II. Die Wiederbelebung der Commedia dell’arte im 20. Jahrhundert

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Im Zusammenhang mit dem Zirkus sind an dieser Stelle die Clowns von Interesse, die die Zeit zwischen waghalsigen Sprüngen und gefährlichen Dressurakten überbrückten oder bei größeren Unternehmen auch ganz eigenständige Auftritte hatten. Vieles an der Komik der Clowns, die sich für Kinderaugen so selbstverständlich in Szene setzt, basiert auf intensivem Training, hat eine lange Geschichte, blickt zurück auf eine lange Ahnenreihe professioneller Spaßmacher, die ihr Handwerk tagtäglich verfeinerten und sich immer neue Variationen komischer Aktion ausdachten. Die Inhalte der meist nur kurzen Handlung verteilen sich auf den dummen August, den Kontra-August und den Weißclown. Ein Zirkus, der über diese drei Typen verfügt, darf bereits als elitär gelten. Doch woher kommen diese Figuren, die oft ein aufwendiges und kostbares Kostüm184 trugen? Es ist die Welt der Commedia dell’arte, der sie entsprungen sind, wo frei improvisiert und das Publikum durch derbe Späße und witzige Intrigen zum Lachen gebracht wurde.

Es geht in diesem Kapitel um das Sichtbarmachen der Geschichte des Übergangs vom Verfall der Commedia dell’arte im 18. Jahrhundert bis zu ihrer Neuentdeckung im frühen 20. Jahrhundert. Das wichtigste Bindeglied ist hierbei der Zirkus, von dem wiederum das Theater in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Anregungen aufgenommen hat und so die beiden Entwicklungsstränge ernste Kunst und “Trivialkultur” miteinander verband. Außerdem wird auch ein Beispiel gegeben, wie ein moderner Zirkus mit dem alten Material “Clown” und “Nummernauftritt” umgeht.

Das 18....

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