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Johann Elias Schlegel im europäischen Kontext: Schlegel und Ludvig Holberg

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Inga Reske

Leben und Werk von Johann Elias Schlegel sind in höchstem Maße interkulturell und kosmopolitisch. Am Beispiel der persönlichen und literarischen Beziehung zum dänischen Frühaufklärer Ludvig Holberg thematisiert die Autorin die produktive Begegnung mit dem kulturell und literarisch «Fremden» bei Schlegel. Sie untersucht die Lustspiele und Komödienpoetiken der beiden Dichter sowie die Darstellung Holbergs in Schlegels kritischen und publizistischen Schriften, um die Bedeutung von Holbergs Einfluss auf Schlegels Weiterentwicklung als Lustspieldichter zu zeigen. Es wird deutlich, dass er in seinem dramatischen und theoretischen Werk nicht nur weit über Holberg, sondern insbesondere in seiner Kopenhagener Zeit auch über die Dramenpoetologie und -praxis der europäischen Aufklärung hinausgeht.
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1 Einleitung

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1   Einleitung

Das 18. Jahrhundert in Europa ist das Zeitalter der Aufklärung. Die von Vernunftorientierung, Erziehungsanspruch, Neuformulierung wissenschaftlicher Erkenntnisabsichten und Säkularisierung geleitete Epoche1 ist geprägt durch Internationalisierung und Interkulturalität. Das bedeutet eine Öffnung des Blicks über kulturelle, nationale und sprachliche Grenzen hinweg und eine auf Europa und die Welt ausgerichtete Perspektive. Kunst und Literatur aus anderen Ländern werden rezipiert, Reisen und Auslandsaufenthalte zu Bildungszwecken werden populär und vor allem in den größeren Städten Europas entsteht eine multikulturelle beziehungsweise multinationale Gesellschaft.

Das 18. Jahrhundert ist zugleich die Zeit der wohl intensivsten kulturellen und literarischen Verbindungen zwischen Deutschland und Dänemark in der Geschichte der beiden Nationen. Eine Schlüsselperson dieser interkulturellen Beziehungen ist der deutsche Dichter, Dichtungstheoretiker und Gelehrte Johann Elias Schlegel.

Schlegel wird am 17. Januar 1719 als zweites von insgesamt 13 Geschwistern in Meißen geboren. Nach mehreren Jahren Privatunterricht besucht er ab 1733 die Chursächsische Landesschule Pforta, bevor er von 1739 bis 1742 an der Universität in Leipzig Jura, Geschichte und Philosophie studiert. Im Herbst 1742 tritt er eine Stelle als Privatsekretär bei dem Sächsischen Geheimen Kriegsrat von Spener an, mit welchem er zuerst nach Dresden und 1743 schließlich über Berlin und Hamburg nach Kopenhagen geht, als dieser zum Sächsischen Gesandten am dänischen Hof ernannt wird. 1747 wird Schlegel zum Gesandtschaftssekretär am sächsischen Hof befördert. Am 26. April 1748 heiratet...

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