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Johann Elias Schlegel im europäischen Kontext: Schlegel und Ludvig Holberg

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Inga Reske

Leben und Werk von Johann Elias Schlegel sind in höchstem Maße interkulturell und kosmopolitisch. Am Beispiel der persönlichen und literarischen Beziehung zum dänischen Frühaufklärer Ludvig Holberg thematisiert die Autorin die produktive Begegnung mit dem kulturell und literarisch «Fremden» bei Schlegel. Sie untersucht die Lustspiele und Komödienpoetiken der beiden Dichter sowie die Darstellung Holbergs in Schlegels kritischen und publizistischen Schriften, um die Bedeutung von Holbergs Einfluss auf Schlegels Weiterentwicklung als Lustspieldichter zu zeigen. Es wird deutlich, dass er in seinem dramatischen und theoretischen Werk nicht nur weit über Holberg, sondern insbesondere in seiner Kopenhagener Zeit auch über die Dramenpoetologie und -praxis der europäischen Aufklärung hinausgeht.
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4 Kritik

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4   Kritik

Neben ihren dichterischen und poetologischen Verdiensten partizipieren Schlegel und Holberg an der Formierung der Literaturkritik nach heutigem Verständnis, welche in der Epoche der Aufklärung ihren Anfang hat. Johann Elias Schlegel ist einer der Vorläufer sowohl der Literaturkritik als auch der Komparatistik.510 Sein gesamtes prosaisches Werk ist von Kritik und Vergleich geprägt. Bereits in einem privaten Brief an seinen Bruder Johann Adolf aus dem Jahr 1739, der in der Werkausgabe unter dem Titel Auszug eines Briefs, welcher einige kritische Anmerkungen über die Trauerspiele der Alten und Neuern enthält veröffentlicht ist, manifestiert sich seine Neigung zur vergleichenden Literaturkritik, indem er das antike griechische und das neuzeitliche französische Drama einander gegenüberstellt. 1741 lässt Schlegel im 27. Stück von Gottscheds Zeitschrift Beyträge zur Critischen Historie der deutschen Sprache, Poesie und Beredsamkeit seine kritische Beurteilung von Johann Klajs Herodes der Kindermörder, nach Art eines Trauerspiels ausgebildet und in Nürnberg einer teutschliebenden Gemeine ← 147 | 148 → vorgestellet erscheinen. Außerdem folgen im gleichen Jahr noch die Satire Demokritus, ein Todtengespräche im Augustheft der von Johann Joachim Schwabe herausgegebenen Belustigungen des Verstandes und des Witzes sowie schließlich die Vergleichung Shakespears und Andreas Gryphs bey Gelegenheit des Versuchs einer gebundenen Uebersetzung von dem Tode des Julius Cäsar, aus den Englischen Werken des Shakespear im 28. Stück der Beyträge. Letztere stellt die erste bedeutende Beurteilung des englischen Tragikers in Deutschland dar, in welcher Schlegel...

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