Show Less
Restricted access

Sozialbewusstsein

Ursprung, Exegese und die Beziehung zum theoretischen Bewusstsein

Sander Wilkens

Sander Wilkens widmet sich in umfassender Weise dem Sozialbewusstsein, welches die Neuzeit charakterisiert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stehen sich zwei Richtungen diametral gegenüber: der Behaviorismus, der es in seiner Eigenständigkeit leugnet, und das gemeinschaftliche Bewusstsein in der Soziologie. Zentrale Themen des Buches sind u. a. die neuzeitliche Klausel der Vereinzelung als fehlbare Abstraktion; instantane, nicht nur reflexive oder kommunikationsbedingte Teilhabe der Vorstellungen und Gedanken; konzentriertes Bewusstsein als realer Fokus/Herd; die Umkehrbarkeit der Perspektive; das gemeinschaftliche Bewusstsein als Sozialbewusstsein.
Show Summary Details
Restricted access

Stadtansichten oder Faces of a Town: Über das Politikum der Innerlichkeit und ihre Beziehung auf die Grund- und Menschenrechte

Extract



I. Über einen großen Strich, der uns erlaubt, eine neue Betrachtung anzustellen

„Im Gegenteil, der Geist wird sich seiner Wahrheit nur dadurch gewiß, dass er sich aus dem Äußeren in seine Innigkeit mit sich zurückführt und die äußere Realität als ein ihm nicht adäquates Dasein setzt“ (HEGEL, Vorlesungen über die Ästhetik II)186.

Ein kleines Bildnis im Aprilheft der österreichischen Gesandtschaft zu Berlin zeigt Die Erschaffung der Welt von HIERONYMUS BOSCH. Scheinbar eine Art von Altarbildnis, denn es ist in zwei Tafeln geteilt, und wir betrachten eine große runde Blase, in die, ein wenig schräg, ein Scheitel gezogen ist. Er bezeichnet unsere Landschaft, auf der sich – einstweilen – Gebirge und Wiesen, offenbar vereinzelte Bäume erheben. Die Luft ist schwanger, wolkenverdüstert, hinter deren dunkler Stirn der Gleiß der Sonne hervorlugt. Eine andere Seite derselben Broschüre zeigt die österreichische Botschaft, die von dem Architekten HANS HOLLEIN entworfen wurde, platziert an der postalischen Adresse Stauffenbergstraße 1, und wenn man bis hierhin gelangt ist, den Essay, die Fotos und alles studiert hat, mag man tatsächlich zustimmen, es handelt sich, so die Überschrift, um den Einblick in einen „Kosmos“.

Wir, niemand würde BOSCH vorwerfen, er habe sich einer Fälschung, wenigstens einer Falschheit schuldig gemacht. Die Konvention, einen Ort, die Stelle einer Landschaft so darzustellen, dass der Betrachter zwar als Urheber involviert, jedoch nicht selber auf der Bildfläche erscheinen muss, gilt so...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.