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Adoleszenz in Medienkontexten

Literaturrezeption, Medienwirkung und Jugendmedienschutz

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Edited By Christine Ansari

Wie vollzieht sich die Sozialisation Jugendlicher in der heutigen Mediengesellschaft? Auf welche Weise differenziert sich Jugend in Abhängigkeit von Medienkontexten aus? Mit welchen Inhalten werden adoleszente Rezipienten konfrontiert und welches Nutzungsverhalten legen sie an den Tag? Mit welchen Bildern von Jugend werden sie versorgt, welche jugendlichen Verhaltensmuster werden ihnen vorgeführt? Wie können schließlich die heutigen Medienwelten in den schulischen Unterricht eingebunden werden? Welche didaktischen und methodischen Aspekte wären dabei zu berücksichtigen? Die Beiträge dieses Bandes gehen diesen Fragen aus erziehungswissenschaftlicher, juristischer, linguistischer sowie literatur- und medienwissenschaftlicher Perspektive nach und bedienen sich dabei divergenter theoretischer und methodischer Zugriffe.
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Andreas Wicke (Kassel) - Jugend ohne Plot. Adoleszenz und Orientierungslosigkeit in Arthur Schnitzlers Dramenzyklus Anatol

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Andreas Wicke (Kassel)

Jugend ohne Plot

Adoleszenz und Orientierungslosigkeit in Arthur Schnitzlers Dramenzyklus Anatol

Abstract: The adolescents which Arthur Schnitzler illustrates in his dramatic cycle “Anatol” (1893) represent a new type around 1900.

On the one hand, they live in the moment and experience aimlessness as something to strive for; on the other hand, this also conveys crisis symptoms of this period. The young men in particular neither feel prepared for life as adults, nor are they about to start a family. Instead, their adolescence is marked by insecurity and lack of orientation. This is not only apparent on the levels of character and plot, but also dominates language and the drama-theoretical concept. While classic drama is constructed teleologically, “Anatol” is structured in separate scenes which orbit around the same recurring issues without ever reaching an aim.

Wenn der Titel einer Zeitschrift – Jugend – von solcher Prägnanz ist, dass danach eine Epoche – der Jugendstil – benannt wird, scheint dem Phänomen Jugend um 1900 eine besondere Bedeutung zuzukommen. Orientierten sich bis dahin die jungen Menschen am Vorbild des Alters, bekommt nun die Phase der Jugend einen Eigenwert, der sich auch in der Literatur spiegelt: Intérieurs aus dem Leben der Zwanzigjährigen (1901) heißt eine Prosasammlung des Wiener Autors Richard Schaukal, Junge Leute ist der Titel eines 1890 erschienenen Romans des Berliner Naturalisten Johannes Schlaf und exemplarisch für die Münchner Moderne sei Max Halbes Drama...

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