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Die Partnerschaft im musikalischen Dialog

Von der Geburt der zyklischen Form der Kammermusik mit Klavier (Trio, Quartett, Quintett) bis zu ihrer höchsten Blüte (Borodin, Mahler, Schostakowitsch)

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Jolanta Skorek-Münch

Die Autorin untersucht in ihrem Buch die historische Evolution der Instrumentalmusik, hierbei insbesondere die Rolle des Klaviers. Die Instrumentalmusik entwickelte sich von der Gebrauchsmusik (oder: von der wohl artikulierten Veranschaulichung von Affekten) zum romantischen Paradigma der absoluten Musik und des Verständnisses der Musik, das dem 20. Jahrhundert eigen war. Zur Sprache kommen der Werdegang der Instrumentalmusik als wichtigstem Feld kompositorischer Expression, das charakteristische Verständnis der Kammermusik, ihrer Ästhetik und ihrer Ausführungspraxis sowie der Platz des Klaviers in einem Kammerensemble (von der solistischen Dominanz bis zur Partnerschaft).
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III. Zwischen Klassik und Romantik

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In seinen zwei Klavierquartetten und im Quintett Es-Dur gelang es Mozart, das Problem des Gleichgewichts zwischen dem Klavier und den sonstigen Instrumenten zu lösen, unabhängig davon, ob es ausschließlich Blasinstrumente oder Streicher waren. Als Komponist von Klavierkonzerten, in denen ihm ein idealer Dialog zwischen Solo und Tutti gelang, sorgte er gleichzeitig dafür, dass die Klavierpartien in den Kammerwerken einen virtuosen Charakter haben. Eine ähnliche Intention hatte Beethoven ebenfalls in den Quartetten und im Klavierquintett.

Die 1785 beendeten drei Quartette WoO 36 für Klavier, Violine, Viola und Violoncello schrieb Beethoven vermutlich unabhängig von analogen Quartetten Mozarts aus derselben Periode. Sie sind Werk eines fünfzehnjährigen Komponisten und entstanden zweifelsohne unter dem wachsamen Auge seines Lehrers, Christian Gottlob Neefe. Man kann in ihnen gewisse Ähnlichkeiten zu späten Werken Carl Philipp Emanuel Bachs erkennen, etwa zu seiner Sonate für Tasteninstrument, Violine und Violoncello (Wotquenne 89-91)22. Sie weisen einen dreiteiligen Aufbau auf und die Faktur zeichnet sich durch die deutliche Privilegiertheit des Klaviers aus, auf das der Komponist die Einführung der Themen übertrug. Viele Figuren in den Streichinstrumenten sind von der Tastatur abgeleitet und die Partie des Violoncellos beschränkt sich häufig auf die Doublierung der linken Hand des Pianisten. Das erste dieser Quartette, in der Es-Dur-Tonart, beginnt mit einem Adagio assai, das viele Abschnitte mit dem Klavier in der Hauptrolle enthält. Attacca geht es in ein motorisches Allegro con spirito mit einfacher Faktur und kurzer Durchführung über....

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