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Die Partnerschaft im musikalischen Dialog

Von der Geburt der zyklischen Form der Kammermusik mit Klavier (Trio, Quartett, Quintett) bis zu ihrer höchsten Blüte (Borodin, Mahler, Schostakowitsch)

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Jolanta Skorek-Münch

Die Autorin untersucht in ihrem Buch die historische Evolution der Instrumentalmusik, hierbei insbesondere die Rolle des Klaviers. Die Instrumentalmusik entwickelte sich von der Gebrauchsmusik (oder: von der wohl artikulierten Veranschaulichung von Affekten) zum romantischen Paradigma der absoluten Musik und des Verständnisses der Musik, das dem 20. Jahrhundert eigen war. Zur Sprache kommen der Werdegang der Instrumentalmusik als wichtigstem Feld kompositorischer Expression, das charakteristische Verständnis der Kammermusik, ihrer Ästhetik und ihrer Ausführungspraxis sowie der Platz des Klaviers in einem Kammerensemble (von der solistischen Dominanz bis zur Partnerschaft).
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VI. Resümee

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Die Analyse der Rolle des Klaviers in der historischen Evolution der zyklischen Formen der Kammermusik zeigt ausdrücklich, dass das im Titel dieser Abhandlung angezeigte Problem eng mit einigen, voneinander abhängenden Problemkreisen zusammenhängt. Hinzuweisen ist hier auf den Werdegang der Instrumentalmusik als wichtigsten Feldes kompositorischer Expression, charakteristisches Verständnis der Kammermusik, ihrer Ästhetik und ihrer Ausführungspraxis sowie den Platz des Klaviers in einem Kammerensemble (von der solistischen Dominanz bis zur Partnerschaft). Ferner sind es auch vielfältige und vielschichtige Relationen zwischen der Kammermusik und anderen Gebieten der Instrumentalmusik, insbesondere der romantischen Klavierminiatur und dem spätromantischen Symphonismus einschließlich ihrer ästhetischen Voraussetzungen. Notwendig zu erwähnen ist in einer solchen Zusammenstellung die im 19. Jahrhundert verbreitete Vokallyrik – es fehlt in ihr nicht an Werken, in denen das Klavier sich nicht nur auf eine Begleitung des poetischen Wortes beschränkt, sondern auch die in ihm enthaltenen Inhalte hervorhebt; die Präludien, insbesondere aber die Postludien, übernehmen die Rolle des Kommentars und sind eine Art Mündungsstelle für Überfluss an Gefühlen. Die romantische Gesangkunst, die sich zwischen der ostentativen Virtuosität des Belcanto-Stils und den erheblich vereinfachten Ausdrucksmitteln in den Liedern bewegt, wirkte sich stark auf die Klavierinterpretationen aus – erwähnt sei hier etwa die Art der Führung der Kantilene oder die Realisierung von Verzierungen. Die Klavierbegleitung vieler zu Meisterwerken angerechneter romantischer Lieder ist andererseits so gestaltet, dass der „Text des Akkompagnements“ (eine Bezeichnung von Michał Bristiger) wie ein wertvolles und gewissermaßen eigenständiges Werk...

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