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Die Tages- und Jahreszeitenzyklen von Caspar David Friedrich

Momoko Ochiai

Caspar David Friedrich (1774–1840), einer der bedeutendsten Landschaftsmaler der deutschen Romantik, beschäftigte sich lebenslang mit Tages- und Jahreszeitenzyklen. Momoko Ochiai untersucht den im Jahre 2004 wiederentdeckten Sepiazyklus sowie weitere vier Zyklen, um die Sonderstellung Friedrichs im Zusammenhang von Tageszeiten, Jahreszeiten und Lebensaltern zu erläutern. Durch ihre umfangreichen Recherchen zeitgenössischer bildlicher wie literarischer Quellen stellt die Autorin Friedrichs Zyklen in den historischen Kontext. Ihr zufolge hat die Zyklusthematik nicht nur in Friedrichs Werken, sondern generell in der zeitgenössischen Kunstproduktion eine bedeutende Rolle eingenommen. In einem Exkurs skizziert die gebürtige Japanerin die Friedrich-Rezeption in ihrem Heimatland.
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3. Die »Vier Tageszeiten« (BS234–237)

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3.  Die »Vier Tageszeiten« (BS234–237)

Mitte der 1810er-Jahre und Anfang der 1820er-Jahre beschäftigte sich Friedrich mit zwei Tageszeitenzyklen. Einer davon umfasst die »Vier Tageszeiten« in Seestücken1: »Der Morgen (Ausfahrt der Boote)« (BS 234, Abb. 3–1), »Der Mittag« (BS235, Abb. 3–2), »Der Abend« (BS236, Abb. 3–3) und »Die Nacht« (BS237, Abb. 3–4) (1816–1818).2 Diese Bilderfolge wurde, anders als die Tages- und Jahreszeitenzyklen von 1803–1807 und 1826, in der bisherigen Friedrich-Forschung erst selten untersucht.

Auf der Arbeit »Morgen« sieht man ein Boot mit rotem Segel, das gerade vom Ufer abgelegt hat. Im Boot sitzt ein Paar. Ein Seemann steht vor dem Mast, ein anderer sitzt im Bootsbug. Am Heck des Bootes ist eine mit einem grünen Doppelstreifen umrandete, große weiße Fahne befestigt. Im Vordergrund liegt ein Anker auf dem steinigen Ufer. In der Ferne sind mehrere kleine Boote auf dem Meer zu sehen. Am rötlich gefärbten Himmel fliegen Möwen.

»Der Mittag« zeigt ein Ufer, an dem ein Holzboot vertäut ist. Zwei weitere Holzboote mit eingeholtem rotem Segel sind an Land gezogen worden. Fischernetze sind zum Trocknen aufgehängt. In der Mitte des Hintergrundes ist ein großes Segelschiff zu sehen. Noch mehrere andere Schiffe sind weiter draußen auf dem Meer zu erkennen.

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