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Die Tages- und Jahreszeitenzyklen von Caspar David Friedrich

Momoko Ochiai

Caspar David Friedrich (1774–1840), einer der bedeutendsten Landschaftsmaler der deutschen Romantik, beschäftigte sich lebenslang mit Tages- und Jahreszeitenzyklen. Momoko Ochiai untersucht den im Jahre 2004 wiederentdeckten Sepiazyklus sowie weitere vier Zyklen, um die Sonderstellung Friedrichs im Zusammenhang von Tageszeiten, Jahreszeiten und Lebensaltern zu erläutern. Durch ihre umfangreichen Recherchen zeitgenössischer bildlicher wie literarischer Quellen stellt die Autorin Friedrichs Zyklen in den historischen Kontext. Ihr zufolge hat die Zyklusthematik nicht nur in Friedrichs Werken, sondern generell in der zeitgenössischen Kunstproduktion eine bedeutende Rolle eingenommen. In einem Exkurs skizziert die gebürtige Japanerin die Friedrich-Rezeption in ihrem Heimatland.
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6. Die »Allegorie der Musik« (BS435–438)

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6.  Die »Allegorie der Musik« (BS435–438)

In seinen späteren Jahren beschäftigte sich Friedrich mit der »Allegorie der Musik«, einem Zyklus aus vier Transparentmalereien (um 1830–1835, BS435–438). Im Jahre 1835, fünf Jahre vor seinem Tod, stellte er ihn fertig, womit das Werk sein letzter Zyklus gewesen sein könnte. Gertrud Heider hat den Transparentzyklus 1963 erstmals anhand von damals unveröffentlichten Briefen Friedrichs sowie auf Russisch verfassten Dokumenten beschrieben.1 Friedrich zufolge bestand der Transparentzyklus aus vier Bildern mit musikalischen Motiven, die jeweils „1 Elle 13 Zoll hoch und 1 Elle 4 Zoll breit“2 (ca. 87 x 66 cm, wahrscheinlich mit Rahmen) waren, und die durch die Vermittlung des russischen Dichters Wassili Andrejewitsch Schukowski (1783–1852) von der russischen Zarenfamilie erworben wurden.3

Dieser Zyklus ist heute verschollen, und nur drei Entwürfe sind noch vorhanden: »Allegorie der weltlichen Musik (Lautenspielerin und Gitarristin in einer gotischen Ruine)« (nicht in BS und H, Abb. 6–1), »Allegorie der religiösen Musik (Die Harfenspielerin)« (H797, Abb. 6–2) und »Allegorie der himmlischen Musik (Der Traum des Musikers)« (H798, Abb. 6–3).4 Dies sind jedoch keine festen Titel wie bei anderen Werken Friedrichs, sondern die Bilder sind in Friedrichs Werkverzeichnis nach folgender Beschreibung des Malers betitelt: „[…] nehmlich [sic] ich meine von den düsteren Tönen der Begleitung des ersten Bildes N. 1. zur weltlichen Musik N. 2. überzugehen und von da zur geistlichen Musik N. 3. und weiter zur...

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