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Dr. Martin Luthers Reformationsschriften des Jahres 1520

«An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung» – «Von der Babylonischen Gefangenschaft. Ein Vorspiel» – «Von der Freiheit eines Christenmenschen»

Horst Jesse

Der Autor thematisiert und kommentiert die drei Reformationsschriften Martin Luthers aus dem Jahr 1520. Mit diesen Schriften gab der Reformator einen Anstoß zur Reinigung der kirchlichen Missstände in der römisch-katholischen Kirche und der Christenheit und stellte Reformpläne als Lebensanweisungen für den biblischen Glauben und für eine christliche Ethik auf. Auf die biblisch-theologischen Schriften antwortete die römisch-katholische Kirche erst mit dem Konzil von Trient (1545–1563). Luthers drei Reformationsschriften sind auch heute eine wichtige Basis im Gespräch der Gläubigen mit der Welt und mit ihrem Glaubensleben darin, wie auch in den Ökumenischen Gesprächen der Kirchen und Religionen.
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B) Die drei Reformationsschriften von 1520

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B)Die drei Reformationsschriften von 1520

I.An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung (WA 6, 404–469)

1)Einführung

Alle Schriften, Predigten und Aussagen Luthers sind von seinem Heilsglauben an Gottes Wirken in Jesus Christus sowohl theologisch wie auch seelsorgerlich zu verstehen. Beide Gesichtspunkte sind beim Lesen seiner Schriften mit zu bedenken.

Mit den drei Reformationsschriften von 1520 weitet Dr. Martin Luther seine neugewonnene biblisch-theologische Rechtfertigung des Menschen durch den Glauben an Gottes Tat in Jesus Christus auf das theologische und praktische Leben aus, die er zunächst in den 95 Ablass-Thesen darlegt. Deshalb bestimmt für ihn das Wechselverhältnis von Glauben und Leben auch die ethisch-soziale Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens, die er vom Standpunkt eines biblisch-theologischen Universitätsprofessors wie auch eines Gemeindepfarrers entwickelt.

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