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Von der Conquista zur Responsibility while Protecting

Die Debatte der humanitär gerechtfertigten Kriegsführung aus lateinamerikanischer Perspektive

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Stefan Knauß

Können Kriege aus humanitären Gründen gerecht sein? Der Autor verfolgt die lateinamerikanischen Antworten auf diese Frage von der Eroberung des Kontinents bis in die Gegenwart. Er zeigt, wie sich Philosophen, Völkerrechtler und Diplomaten angesichts des iberischen Kolonialismus für eine gezügelte humanitäre Interventionspolitik einsetzen können. Die behutsame Rekonstruktion einer lateinamerikanischen Perspektive liefert eine umfassende und detaillierte, nicht-eurozentrische Sicht auf die Geschichte der Menschenrechte. Dieser alternative Zugang zu Debatten des Völkerrechts, der Theorie des gerechten Krieges und der Ethik der internationalen Beziehungen trägt zu einem interkulturellen Verständnis der Menschenrechte und ihrer Durchsetzung bei.
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Zusammenfassung

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Die vorliegende Arbeit entwickelt eine heuristische lateinamerikanische Perspektive auf das Argument der humanitären Intervention. Als humanitäre Intervention wird die Rechtfertigung kriegerischer Handlungen durch den Vorsatz verstanden, schwerwiegende Menschenrechtsverbrechen auf dem Gebiet anderer Staaten zu verhindern, notfalls auch gegen deren Willen. Die Brisanz des Argumentes besteht in seiner Zwiespältigkeit, da es einerseits eine Rechtfertigung für notwendige Schutzmaßnahmen darstellt, andererseits aber in Verruf steht, das Prinzip der Nicht-Intervention außer Kraft zu setzen und unlautere Kriegsvorhaben zu stützen. Besondere Dringlichkeit erlangt diese Problematik aus der Perspektive eines Kontinents, der vielfach Schauplatz von Interventionen geworden ist und der im Grunde seit 1492 mit deren Verarbeitung beschäftigt ist.

Mit der Diskussion einer lateinamerikanischen Perspektive auf den kriegerischen Humanismus leistet meine Arbeit einen Beitrag zur Debatte der globalen Gerechtigkeit bzw. der Ethik der internationalen Beziehungen. Sie nimmt sich der Problematik des Verständnisses, der Etablierung und Durchsetzung der Menschenrechte in Lateinamerika an und trägt somit eine regionale bzw. interkulturelle Perspektive zur Diskussion humanitärer Interventionen bei. Zu diesem Zweck erfolgt ein interdisziplinärer Zugriff auf kultur- und sozialwissenschaftliche Argumente unter dem Stichwort ‚Deskolonialität‘29sowie auf die völkerrechtliche Diskussion der Interventionsproblematik im lateinamerikanischen Raum. Der interkulturelle und interdisziplinäre Zugang soll die engere Perspektive der philosophischen Diskussion humanitärer Interventionen erweitern und deren kritisches Potenzial für die akademische Fachdebatte aufschließen.

1. Warum eine lateinamerikanische Perspektive?

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