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Variable Managementvergütung mit Bonusbanken und Obergrenzen

Experimentelle Analyse der Anreizwirkungen

Series:

Henric P. Fründ

Thema des Buches ist die Gestaltung der variablen Managementvergütung, die in Forschung und Praxis große Beachtung findet. In jüngster Zeit stehen dabei vor allem eine langfristigere Ausrichtung der Vergütung und die verstärkte Etablierung von Obergrenzen im Fokus. Henric P. Fründ beschäftigt sich mit den Gestaltungsmöglichkeiten von Bonusbanken als langfristiges Vergütungsinstrument. Dabei analysiert er die Anreizeffekte – insbesondere das Risikoverhalten – und würdigt diese kritisch. Zugleich untersucht der Autor die Wirkung von Obergrenzen der Vergütung auf das Leistungsverhalten in einer Situation, in der gleichzeitig ein unsicherer Faktor vorliegt, der die Vergütung mitbestimmt.
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2. Theoretische Grundlagen

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2.1 Principal-Agent-Problem

Eine Principal-Agent-Beziehung ist eine Form der sozialen Interaktion, bei der einem Auftragnehmer (Agent) von einem Auftraggeber (Principal) Aufgaben übertragen werden, die Entscheidungsprobleme involvieren.11 Auch in Unternehmen werden klassischerweise Manager eingesetzt, die stellvertretend für die Eigentümer das Unternehmen führen. Vor allem in großen börsennotierten Unternehmen ist es üblich, Managern die Aufgabe zu übertragen, unternehmerische Entscheidungen im Sinne der Interessen einer mitunter diversifizierten Eigentümerschaft zu treffen. Nicht immer ist eine solche Auftragsbeziehung jedoch erfolgreich. Denn maximiert der Agent seinen eigenen Nutzen, muss dies nicht unbedingt mit einer Nutzenmaximierung des Principals einhergehen. Für die in ökonomischen Betrachtungen genutzte Principal-Agent-Theorie werden im Allgemeinen rational handelnde Akteure unterstellt, die den Erwartungswert ihres jeweiligen Nutzens maximieren.12 Zu einem Principal-Agent-Problem kann es dann kommen, wenn sich die Auftragsbeziehung zwischen Principal und Agent durch Interessendivergenzen und eine asymmetrische Informationsverteilung auszeichnet.13

Liegen Interessendivergenzen vor, verfolgt der Auftragnehmer nicht oder nur teilweise die Ziele des Auftraggebers. So stellt bspw. das durch die übertragenen Aufgaben empfundene Arbeitsleid einen Disnutzen dar, den der Auftragnehmer vermeiden will.14 Die Vermeidung von Arbeitsleid, etwa durch ein niedrigeres Anstrengungsniveau, steht jedoch nicht im Einklang mit den Interessen des Auftraggebers, dessen Ziele durch ein niedrigeres Anstrengungsniveau des Auftragnehmers i.d.R. schlechter erreicht werden.15 Interessendivergenzen können sich ← 9 | 10 → ferner manifestieren, wenn Auftraggeber und Auftragnehmer unterschiedliche Risiko- und Zeitpräferenzen aufweisen.16

Das Vorliegen von Interessendivergenzen stellt separat betrachtet noch kein Problem dar, wenn der Auftraggeber über die gleichen Informationen verfügt...

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