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Argumentative Strategien in deutschen und italienischen wissenschaftlichen Artikeln

Am Beispiel der Soziologie und der Sprachwissenschaft

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Tiziana Roncoroni

Gegenstand des Buches ist die Bestimmung globaler Argumentationsstrategien und -stile in wissenschaftlichen Artikeln. Ein kontrastives Verständnis der argumentativen Abläufe bringt der Autorin zufolge große Vorteile für die interkulturelle Kommunikation und Integration. So zeichnet sich der italienische Diskurs durch persönliche Komponenten, Bescheidenheitstopos, induktive, indirekte, graduelle und komplexe Argumentationen aus. Den deutschen Diskurs kennzeichnen dagegen argumentative Stärke, Direktheit und Explizitheit. Die linguistischen Studien sind öfter informativ mit teleologischen Argumenten. In der Soziologie argumentiert man komplex, aber direkt. Diese Unterschiede spiegeln einen zu fördernden Reichtum an Denkweisen und heuristischen Wegen wider.
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11. Schlusswort

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11.  Schlusswort

Der vorliegenden Arbeit lag ein doppeltes Ziel zugrunde:

In Anbetracht der gezogenen Bilanz (vgl. § 10) würde ich für weitere Integrationen von Ansätzen, insbesondere der Funktionalen Pragmatik, Text- und Diskurslinguistik auf empirischer Ebene, plädieren. Funktionale Merkmale und Konventionen wie die ermittelten gehen mit kulturell verankerten Mustern des sprachlichen Handelns einher, deren Ausprägung im Wissenschaftsdiskurs insbesondere in komparativer Sicht im Sinne von Ehlich (1994) weitere Erforschung benötigt.

Die ermittelten Unterschiede in den untersuchten wissenschaftlich-argumentativen Diskursen spiegeln einen großen Reichtum an Traditionen, Denkweisen und heuristischen Wegen wider, der auch im Sinne der Unterstützung der Mehrsprachigkeit in der Wissenschaft (vgl. Ehlich 2006 und 2010) der Förderung bedarf. Zu diesem Zweck sind kontrastiv angelegte Studien unabdingbar.235

Die Ergebnisse meiner empirischen Analyse haben große Vielfalt und Komplexität der untersuchten Phänomene nahe gelegt. Es ist nicht zu erwarten, ← 213 | 214 → dass wissenschaftliche argumentative Muster und Strategien ohne didaktische Steuerung wahrgenommen, erlernt und in die eigenen sprachlichen Ressourcen integriert werden.236 Die Schwierigkeiten werden umso größer, wenn man sich einer fremden Wissenschaftssprache bedient, wie es im Zuge der zunehmenden Internationalisierung des wissenschaftlichen Austausches immer häufiger geschieht (vgl. Schwarze 2008: 21). Gerade die Merkmale des wissenschaftlich-argumentativen Diskurses, die hier im Vordergrund standen, sind insbesondere in einem L2-Kontext schwer zu erlernen, anders als sprachliche Phänomene, die systematisch an explizite, z. T. grammatikalisierte Aspekte des Sprachsystems gekoppelt sind (vgl. Evangelisti 1994: 225 sowie die Erkenntnisse der psycholinguistischen...

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