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Argumentative Strategien in deutschen und italienischen wissenschaftlichen Artikeln

Am Beispiel der Soziologie und der Sprachwissenschaft

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Tiziana Roncoroni

Gegenstand des Buches ist die Bestimmung globaler Argumentationsstrategien und -stile in wissenschaftlichen Artikeln. Ein kontrastives Verständnis der argumentativen Abläufe bringt der Autorin zufolge große Vorteile für die interkulturelle Kommunikation und Integration. So zeichnet sich der italienische Diskurs durch persönliche Komponenten, Bescheidenheitstopos, induktive, indirekte, graduelle und komplexe Argumentationen aus. Den deutschen Diskurs kennzeichnen dagegen argumentative Stärke, Direktheit und Explizitheit. Die linguistischen Studien sind öfter informativ mit teleologischen Argumenten. In der Soziologie argumentiert man komplex, aber direkt. Diese Unterschiede spiegeln einen zu fördernden Reichtum an Denkweisen und heuristischen Wegen wider.
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5. Argumentation

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5.  Argumentation

5.1  Definitionen und Funktionen

Die Argumentation stellt ein interdisziplinäres Phänomen dar.80 Disziplinen, die sich dafür interessieren, sind beispielsweise die formale und natürliche Logik, die Rhetorik, die Philosophie, die Soziologie, die Rechtswissenschaften81 und schließlich auch die Sprachwissenschaft. Dementsprechend liegen verschiedene Schwerpunktsetzungen und Definitionen vor. Dieser Vielfalt trägt Plantin Rechnung, indem er in seinem Wörterbuch der Argumentation (2014) nicht von Definitionen, sondern von Korpora von Definitionen ausgeht. Das Projekt ist bemerkenswert, da bisher Definitionen des Argumentations-Begriffs ausschließlich in Wörterbüchern der Rhetorik oder der Logik zur Verfügung stehen.82 Außerdem ist die praktische Anwendung dieses Instruments sehr groß: Es handelt sich um kein etymologisches und historisches Werk (vgl. Plantin 2014: 4), sondern um ein reiches Korpus von praxisorientierten und wissenschaftlich ausgerichteten Einträgen.83

Bei jeder Arbeit zur Argumentation gilt es also vorab zu bestimmen, in welchen Zusammenhang sie eingebettet sein soll und welche Definitionen bzw. Schwerpunkte und Betrachtungsperspektiven sich dafür am besten eignen. Man muss also eine Arbeitsdefinition für die jeweilige Untersuchung erarbeiten, wie auch Atayan (2006) vorschlägt. ← 79 | 80 →

5.1.1  Zum Begriff „Argument“ und Argumente als Topoi/loci

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