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Argumentative Strategien in deutschen und italienischen wissenschaftlichen Artikeln

Am Beispiel der Soziologie und der Sprachwissenschaft

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Tiziana Roncoroni

Gegenstand des Buches ist die Bestimmung globaler Argumentationsstrategien und -stile in wissenschaftlichen Artikeln. Ein kontrastives Verständnis der argumentativen Abläufe bringt der Autorin zufolge große Vorteile für die interkulturelle Kommunikation und Integration. So zeichnet sich der italienische Diskurs durch persönliche Komponenten, Bescheidenheitstopos, induktive, indirekte, graduelle und komplexe Argumentationen aus. Den deutschen Diskurs kennzeichnen dagegen argumentative Stärke, Direktheit und Explizitheit. Die linguistischen Studien sind öfter informativ mit teleologischen Argumenten. In der Soziologie argumentiert man komplex, aber direkt. Diese Unterschiede spiegeln einen zu fördernden Reichtum an Denkweisen und heuristischen Wegen wider.
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6. Beschreibung von Argumentationen

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6.  Beschreibung von Argumentationen

6.1  Klassifikation und Unterteilung der Argumentation: Formen und Strategien

Klassifikationen argumentativer Formen und Strategien sind zahlreich und gehen z. T. auf Aristoteles zurück. Diejenigen, die auch für empirische Untersuchungen relevant sind, werden im Folgenden vorgestellt. Dabei werden ähnliche Begriffe aus verschiedenen Ansätzen zusammengeführt.131 Argumentative Formen und Typen sind sehr unterschiedlich.

Die Unterscheidung zwischen deduktiver und induktiver Argumentation wurde schon thematisiert (vgl. § 5.3.2). Bereits Aristoteles assoziiert analytische Argumentationen mit der Aufführung von wissenschaftlichen Beweisen und dem Verfahren der heutigen dimostrazione. In ähnlichen Termini drückt sich auch Lumer (1990) aus. Solche Argumentationen gelten als universelle, die in sämtlichen Bereichen eingesetzt werden können. Eine getrennte Gruppe stellen die deskriptiven Argumentationstypen dar. Dazu gehören z. B. indikatorische, interpretierende und generalisierende Argumentationen. Indikatorische Argumentationen liegen vor, wenn z. B. von Symptomen auf eine Krankheit geschlossen wird. Es sind die Vorläufer der interpretierenden Argumentationen. Die generalisierenden bestehen in der Übertragung interpretativ gewonnener Schlüsse auf andere Argumentationen. In allen Fällen handelt es sich um induktive argumentative Verfahren. Ästhetische/ethische Argumentationen verfolgen das Ziel, etwas als gut oder schlecht zu definieren (vgl. Eggs 1996 und 2000a). Die rhetorische Argumentation im Sinne von Aristoteles ist diejenige, die auf die Persuasion abzielt (vgl. Atayan 2006 und § 5.3.1).

Besonders Wolfgang Klein (1980) trägt entscheidend zur Klassifikation der Argumentationstypen bei. Er unterscheidet zwischen folgenden Gruppen: ← 111 | 112 →

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