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Die Reproduktion sozialer Ungleichheiten in der Freiwilligenarbeit

Theoretische Perspektiven und empirische Analysen zur sozialen Schließung und Hierarchisierung in der Freiwilligenarbeit

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Paul Rameder

Paul Rameder widmet sich der Frage, in welcher Form und in welchen Bereichen die Freiwilligenarbeit einen Beitrag zur Genese und Reproduktion sozialer Ungleichheiten leistet. Durch die Aura der Freiwilligkeit und Uneigennützigkeit entziehen sich die sozial nachteiligen Effekte der Freiwilligenarbeit der öffentlichen Wahrnehmung und expliziten Kritik. Die multivariaten Analysen von Mikrozensusdaten aus Österreich zeigen, dass der Zugang zur Freiwilligenarbeit in hohem Maße durch die Ressourcenausstattung der Individuen geprägt ist. Auch die Funktionsverteilung innerhalb der Freiwilligenarbeit reproduziert die ungleichen sozialen Machtverhältnisse. So tragen die Mechanismen der sozialen Schließung und Hierarchisierung auch in den Feldern der Freiwilligenarbeit zu einer Verfestigung gesellschaftlicher Ungleichheiten bei.
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(II) Stand der Forschung zu den Determinanten und Auswirkungen der Freiwilligenarbeit

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← 84 | 85 → (II)Stand der Forschung zu den Determinanten und Auswirkungen der Freiwilligenarbeit

Dieses Kapitel fasst den Stand der Forschung zum sozial ungleichen Zugang zur Freiwilligenarbeit sowie den Auswirkungen der Freiwilligenarbeit auf die freiwillig Tätigen zusammen. Zu Beginn wird, zur Verortung des Ungleichheitsthemas innerhalb der Freiwilligenforschung, ein kurzer Überblick zur aktuellen Engagement- und Partizipationsforschung im Allgemeinen und zu den kritischen Perspektiven auf die Freiwilligenarbeit im Besonderen gegeben.

(II) 1.Aktuelle Forschungsstränge

Als interdisziplinäres Forschungsfeld beschäftigen sich die Ökonomie, Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaften und Teile der Wirtschaftswissenschaften sowie zunehmend Disziplinen wie die Gerontologie und die Gesundheitswissenschaften mit Freiwilligem Engagement. In Folge des gewachsenen Interesses hat sich auch die Anzahl der Publikationen zum Themengebiet der Freiwilligenarbeit (engl. „volunteering“ und „voluntary work“) von den 1980er bis zum Ende der 2000er Jahren beinahe verzwanzigfacht36. Entsprechend ausdifferenziert sind mittlerweile die Themengebiete. Hustinx et al. (2010) bieten einen umfassenden Überblick zu den im Kontext der Engagement- und Partizipationsforschung behandelten Fragestellungen und theoretischen Zugängen (siehe Abbildung 11).

← 85 | 86 → Abbildung 11: A hybrid conceptual framework of volunteering

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