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Schriftspracherwerb unter sprachlich erschwerten Bedingungen

Eine Untersuchung zur sprachlichen Verarbeitung und zur Rechtschreibung bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen im höheren Grundschulalter

Kathrin Hübner

Bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen (SES) zeigen sich besonders häufig umfangreiche Schwierigkeiten im Erwerb der Schriftsprache. Katrin Hübner stellt diagnostische Erhebungen zur sprachlichen Verarbeitung und zur Rechtschreibung bei Kindern mit SES in Klasse 4 vor, durch die viele Schwierigkeiten in den metasprachlichen Leistungen und in den Strategien des Rechtschreibens aufgedeckt werden. Ihre Ergebnisse zeigen die große Bedeutung individueller und entwicklungsentsprechender Förderung auch im höheren Grundschulalter, die nicht nur orthographische, sondern auch phonologische Förderbedürfnisse berücksichtigt. Gerade vor dem Hintergrund der integrativen bzw. inklusiven Bemühungen bietet das Buch wertvolle Erkenntnisse für die pädagogische Unterrichtspraxis.
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1. Einleitung

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1.  Einleitung

1.1  Vorbemerkung

Der Schriftspracherwerb gehört zu den komplexesten kognitiven Leistungen des Menschen. Auch bei hoher Eingangsmotivation und einem umfassenden Bildungssystems gelingt es vielen Kindern nicht, ausreichende Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben zu erwerben. Die Zahl der deutschen Kinder und Jugendlichen mit geringen Schriftsprachkompetenzen ist im internationalen Vergleich hoch. Schulte-Körne (2002a, 7) geht davon aus, dass annähernd vier Millionen Deutsche nicht ausreichend lesen und rechtschreiben können. Ratzke & Scholz (2011, 7) sprechen sogar von 7,5 Millionen. Auch die PISA-Studien zeigen, dass zwischen 12 und 30 Prozent der 15-jährigen Schüler in Deutschland so umfangreiche Defizite bei den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen haben, dass sie im Hinblick auf den zukünftigen Übergang in das Berufs- und Arbeitsleben erhebliche Schwierigkeiten erwarten müssen (vgl. PISA-Konsortium 2005, 47, 85 u. 381).2 Dabei kommt auch dem Phänomen des ‚funktionalen Analphabetismus‘ hohe Bedeutung zu. Die Diskrepanz zwischen den Bildungsangeboten und deren Verwertung ist gerade in den westlichen Industrieländern – wie in Deutschland – besonders gravierend (vgl. C. Löffler 2000, 10; Schulte-Körne 2001b, 307; Nickel 2009, 16).3 Um dem entgegenzuwirken, versuchen gerade in den letzten Jahren nationale wie internationale Studien (PISA, IGLU etc.) die Bildungsstände der Kinder und Jugendlichen zu ermitteln, Bildungsstandards festzulegen und Förderangebote zu evaluieren.4 Seitens der Bildungspolitik wird ← 23 | 24 → dabei immer wieder dringender Handlungsbedarf festgestellt (vgl. Schulte-Körne 2002a, 7 ff.), notwendige Verstärkungen der finanziellen Investitionen im Bildungsbereich blieben jedoch bisher aus (vgl....

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