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Zur Kultur der DDR

Persönliche Erinnerungen und wissenschaftliche Perspektiven- Paul Gerhard Klussmann zu Ehren

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Edited By Frank Hoffmann

Das Zusammenwachsen Deutschlands seit 1990 wurde von oft persönlich verletzenden Auseinandersetzungen über die Kultur der DDR und ihre ideologischen Grundlagen begleitet. Mancher Literatur- oder Bilderstreit wurde fast als Stellvertreterkrieg inszeniert. Die Beiträge dieses Bands plädieren, oft mit lebensgeschichtlicher Beglaubigung, für eine Versachlichung des Dialogs, ohne die Unterschiede von Diktatur und Demokratie einzuebnen. Mit einem weiten Kulturbegriff zeichnen sie ein differenziertes Bild kultureller Lebenswelten der DDR: von den Künsten und der Literatur über Wissenschaft, Mode, Konsumkultur und Auszeichnungswesen bis zu Geschichtsbewusstsein, Schule, Bildung und der Gegenwelt des evangelischen Pfarrhauses. Nationale und internationale Kontexte der DDR-Kultur werden erkennbar.
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Literatur und Literaturwissenschaft in der DDR: Standort Humboldt-Universität

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Frank Hörnigk

Using the example of Hörnigk’s personal memories on the history of the German Institute of the Humboldt University in Berlin (1964-2008) and long-term preoccupation with Heiner Müller’s theoretical concepts the paper offers a new approach to the intricate relationship between State, society, science and culture of the GDR. Therewith it explains political interventions in the culture in their system-logical consequence.

Erinnerung an eine Deutsche Demokratische Republik nennt Hans Mayer im Untertitel seines 1991 erschienenen autobiografischen Berichts Der Turm von Babel1 jene Arbeit, die von den historischen Akteuren dieser Gesellschaft noch für eine lange Zeit geleistet werden müsse, wenn sie – als Teil der ehemaligen Eliten der untergegangenen DDR – ihrer Verantwortung nachkommen wollten, als Intellektuelle an der Aufarbeitung der ökonomischen und Machtstrukturen dieses, „ihres Staates DDR“ kritisch mitzuwirken und sich damit zugleich selbstkritisch ihrer besonderen historischen Rolle in diesem System zu stellen.

Für Hans Mayer war diese Aufgabe eine moralische Selbstverpflichtung ersten Ranges und zugleich die unabdingbare Voraussetzung dafür, einer schon Anfang der 1990er Jahre vorherrschenden Praxis historischer Delegitimation des ehemaligen Staatswesens „DDR“ ein differenzierendes Bild der in ihr mit aufgehobenen Subjekterfahrungen entgegenstellen zu können.

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