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Zur Kultur der DDR

Persönliche Erinnerungen und wissenschaftliche Perspektiven- Paul Gerhard Klussmann zu Ehren

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Frank Hoffmann

Das Zusammenwachsen Deutschlands seit 1990 wurde von oft persönlich verletzenden Auseinandersetzungen über die Kultur der DDR und ihre ideologischen Grundlagen begleitet. Mancher Literatur- oder Bilderstreit wurde fast als Stellvertreterkrieg inszeniert. Die Beiträge dieses Bands plädieren, oft mit lebensgeschichtlicher Beglaubigung, für eine Versachlichung des Dialogs, ohne die Unterschiede von Diktatur und Demokratie einzuebnen. Mit einem weiten Kulturbegriff zeichnen sie ein differenziertes Bild kultureller Lebenswelten der DDR: von den Künsten und der Literatur über Wissenschaft, Mode, Konsumkultur und Auszeichnungswesen bis zu Geschichtsbewusstsein, Schule, Bildung und der Gegenwelt des evangelischen Pfarrhauses. Nationale und internationale Kontexte der DDR-Kultur werden erkennbar.
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„In der Mode wie in der Politik – die festgelegte Linie muss befolgt werden“. Jugend, Mode und Politik in der DDR und der Volksrepublik Polen

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Anna Pelka

Clothing and juvenile life had before as well as after 1989 mostly everywhere in the (former) communist East an eminently political character, whereas the intercourse is indicative of the respective societies. Compared with the PR Poland East Germany proved to be a latecomer in a liberalized youth fashion. Although the leaders in two states tried to increase their political legitimacy with the adolescent population through concessions in this sensitive sector – finally there was hardly anything to ban and hardly any support among the youth in terms of fashion.

Im Jahr 1960 fand sich in der polnischen Jugendzeitschrift Dookoła Świata (Rund um die Welt) ein durchaus provokativer Satz: „In der Mode wie in der Politik – die festgelegte Linie muss befolgt werden“.1 Nachdem fast ein Jahrzehnt lang die westliche Massenkultur, darunter auch ihre Kleidungsmode, als feindliche und imperialistische Kultur angesehen und daher völlig verpönt wurde, konnte dieser Satz fast wie eine Provokation verstanden werden. Dennoch war er die klare Andeutung einer neuen politischen Linie der polnischen Partei, die zwar dem Sozialismus treu blieb, der Jugend aber einen kleinen Freiraum ließ. Die Zeitschrift Dookoła Świata, deren Titel Weltoffenheit andeuten wollte, entstand in der Folge des politischen Tauwetters nach Stalins Tod 1953 und nach dem Wechsel in der Parteispitze in Polen 1956. Der neue Erste Parteisekretär Władysław Gomułka kündigte das Modell „eines polnischen Wegs in den Sozialismus“ an, das eine Verurteilung der stalinistischen Verbrechen und eine...

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