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Der Zusammenhang von fehlerhafter Rechnungslegung und Unternehmensfinanzierung

Eine empirische Untersuchung

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Martin Puritscher

Der Autor hinterfragt die regelmäßig auftretenden Fälle fehlerhafter Rechnungslegung, welche die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) mit der BaFin aufdeckt. Er erarbeitet dazu ein breites Spektrum an Einflussfaktoren auf fehlerhafte Rechnungslegung und diskutiert bedeutsame Einzelfälle zur Rolle der Entlohnung und des Aktienhandels des Managements. Der Schwerpunkt seines Buches liegt auf einer Untersuchung des Zusammenhangs mit der Unternehmensfinanzierung. Die empirische Auswertung zeigt erstmalig, wie Unternehmen nach der Veröffentlichung fehlerhafter Rechnungslegung ihre Unternehmensfinanzierung ändern. Darüber hinaus liefert der Autor eine Analyse der Fehlermeldungen, die u. a. häufig verletzte Rechnungslegungsregeln aufzeigt.
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7 Einzelfalldarstellungen

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7.1 Fehlerhafte Rechnungslegung und Managemententlohnung

In Abschnitt 4.2 wurde dargelegt, dass Agency-Konflikte aufgrund von Verträgen zwischen Eignern und dem Management entstehen können. Zur Interessenangleichung werden diese Verträge entsprechend gestaltet. So kann beispielsweise die Entlohnung des Managers vom Gewinn, von Renditekennzahlen oder von der Entwicklung des Aktienkurses abhängig gemacht werden. Aufgrund der Informationsasymmetrie zwischen beiden Parteien und der Nutzenmaximierung des Managements können dennoch Nachteile für die Eigner resultieren.296

Die Bedeutung von Entlohnungsstrukturen in Zusammenhang mit Rechnungslegungsverstößen in Deutschland ist aufgrund mangelnder Datenverfügbarkeit schwierig zu analysieren. Die meisten Publikationen zu diesem Thema beinhalten kumulierte Daten, z.B. bezogen auf einen speziellen Index der Frankfurter Wertpapierbörse wie den DAX oder untergliedert nach einer bestimmten Branchenklassifikation, und ermöglichen keine firmenspezifische Zuordnung von Vergütungskomponenten.

Dementsprechend muss eine bestimmte Auswahl getroffen werden. Bei den auswertbaren 167 Fehlermeldungen – siehe Abschnitt 6.1 – sind 25 (auch ehemalige) DAX- und MDAX-Unternehmen betroffen, die als wirtschaftlich besonders bedeutsam angesehen werden können sowie die Entlohnungskomponenten vergleichsweise detailliert berichten. Zwar weisen auch die in Abschnitt 4.2 angeführten US-amerikanischen Studien, die den Zusammenhang von fehlerhafter Rechnungslegung und Managemententlohnung betrachten, regelmäßig eine niedrige Stichprobe zwischen 50 und 100 Unternehmen auf, dennoch scheint die verwertbare deutsche Stichprobe zu gering, sodass eine multivariate Analyse unterbleibt und stattdessen ein Fokus auf bedeutende Einzelfälle gelegt wird.

Folglich wurde überprüft, ob bei diesen 25 Fällen Auffälligkeiten in der Vergütung in den Jahren...

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