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Aktualität der Metapher

Das Meer, die Metapher und die Sprache

Ina Paul-Horn

Der Bedeutung und Funktion von Metaphern nachzugehen und darüber aufzuklären, ist Aufgabe der Metaphorologie. Dieses Buch legt eine differenzierte Auseinandersetzung mit Hans Blumenbergs Metaphorologie vor, deren unterschiedliche Konzeptionen die Autorin in drei Schritten darstellt und erläutert. Ein wesentliches Ergebnis, das die Konzeptionen eint, liegt in der anthropologischen Neubestimmung des Menschen. Der speziellen Bedeutung von Meeresmetaphern in philosophischen Texten wird am Beispiel ausgewählter Autoren wie Kant, Hegel, Nietzsche, Simmel und Canetti nachgegangen, für die das Meer eine jeweils unterschiedliche metaphorologische Bedeutung hat.
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2. Blumenbergs Projekt einer Metaphorologie

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2.  Blumenbergs Projekt einer Metaphorologie

2.1 Begründung der Metaphorologie als philosophische Methode: Metaphorologie 1

Um seine philosophische Beschäftigung mit der Metapher zu begründen, beginnt Blumenberg seine Einleitung zu „Paradigmen zu einer Metaphorologie“ mit einem Gedankenexperiment. Was wäre, wenn das methodische Projekt von Descartes, wie er es in seinen vier Regeln des Discours de la Méthode formuliert hat, zu einem Abschluss gekommen wäre? Descartes fordert in seiner ersten Regel Klarheit und Bestimmtheit. „Diesem Ideal voller Vergegenständlichung entspräche die Vollendung der Terminologie, die die Präsenz und Präzision der Gegebenheit in definierten Begriffen auffängt. In diesem Endzustand wäre die philosophische Sprache rein ‚begrifflich‘ im strengen Sinn: alles kann definiert werden, also muss auch alles definiert werden, es gibt nichts logisch ‚Vorläufiges‘ mehr.“40 In diesem hypothetischen „Endzustand“ neuzeitlicher Philosophie nach dem Programm von Descartes hätten alle Formen übertragener Redeweise nur einen Status des Übergangs. Mit dem Eintreten eines solchen Zustandes würde die Geschichtlichkeit von Begriffen ihre Relevanz verlieren; eine Erforschung der Geschichte der Begriffe hätte sich erledigt. Für Blumenberg war Giambattista Vico der erste, der mit seinem Programm einer „Logik der Phantasie“ gegen die Entwertung von Geschichte Einspruch erhob. Vico hielt die Forderung nach Klarheit und Bestimmtheit für eine Möglichkeit, die nur ein Schöpfer im Verhältnis zu seinem Werk haben könne: Dieser hält für wahr, was er selbst gemacht hat. „Was bleibt dem Menschen? Nicht...

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