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Kaiser Michael IX. Palaiologos: sein Leben und Wirken (1278 bis 1320)

Eine biographische Annäherung

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Helga Gickler

Das Buch befasst sich mit Kaiser Michael IX. Palaiologos, der in der Literatur bisher kaum beachtet, sondern als «Mitkaiser» ohne selbstständige Funktionen gesehen wurde. Helga Gickler untersucht die Gründe dafür. Die abwertende lateinische Übersetzung des Historiographen Pachymeres, der wahrscheinlich Michaels Lehrer war, beeinflusste viele neuzeitliche Historiker. Als Feldherr agierte Michael völlig eigenständig und propagierte Freiwilligenheere. Er war jedoch 1302–03 gegen die osmanischen Heere im Westen Kleinasiens und 1303–05 gegen die Katalanische Kompanie in Thrakien erfolglos. Seine Präsenz in der Epigraphik und in der Münzprägung unterstreicht seine Bedeutung. Sein plötzlicher Tod wird als Giftmord durch seinen Sohn Andronikos III. gedeutet.
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III. Epigraphische Zeugnisse

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An verschiedenen Orten des damaligen byzantinischen Reichs sind eine ganze Reihe von Inschriften erhalten, die an Michael IX. in seiner Funktion als Kaiser erinnern.

Auf der Peloponnes wird Michael IX. in sechs Kirchen oder Klöstern entweder zur Datierung der Stiftung oder als Stifter genannt. An der Hagios Basileios Kirche bei Arkassades in Lakonien erinnert eine Marmorplatte (heute im Museum in Sparta)216 an die Wiedererrichtung der Kirche und datiert mit Kaisernamen und kongruentem Weltjahr: ἐπὶ βασιλίας τῶν θεοστέπτων καὶ φιλοχρίστων βασιλέων Ἀνδρονίκου τοῦ μεγάλου βασιλέος καὶ Ἠρίνις τῆς εὐσεβεστάτης αὐγούστης κὲ Μιχαὴλ τοῦ εὐσεβαστάτου βασιλέος τῶν Παλαιολόγων Κομνηνῶν ἐν ἔτει, ςωε’ (6805 = 1296/97). Michael erscheint als Kaiser, seine Hochzeit mit Rita von Armenien, in Konstantinopel Maria genannt, am 16. Januar 1295217 wird auf der Peloponnes noch nicht zur Kenntnis genommen. Andronikos wird als μέγας βασιλεύς hervorgehoben, was in dieser Zeit und an diesem Ort nicht mehr als Bezeichnung des Hauptkaisers im Sinne des Zeremonienbuchs verstanden werden sollte, sondern als panegyrische Formel für den älteren, ehrwürdigen Kaiser.218 Die Palaiologen erhalten hier in Anerkennung ihrer illustren Ahnenreihe, die die Komnenen, die Dukas und die Angeloi umfasst, den Beinamen Κομνηνός.

Auf dem linken Türpfosten der Kirche Hagioi Theodoroi bei Gythion befindet sich eine sehr ähnliche Inschrift219: ἐπὺ βασιλίας τῶν θεοστέπτων καὶ φιλοχρίστων βασιλέων Ἀνδρονίκου μεγάλου βασιλέως καὶ Ἠρίνης εὐσεβαστάτης Αὐγούστης κἐ Μιχαὴλ τοῦ πανυπερσεβάστου βασιλέος Κομνηνῶν τῶν Παλαιολόγων ἐν ἔτει ςωθ (6809 = 1300/01). Andronikos und Irene werden mit den gleichen Epitheta bedacht wie in der vorhergehenden Inschrift, Michael jedoch wird durch eine in diesem epigraphischen Zusammenhang ganz ungewöhnlich gesteigerte Form von σέβαστος220 hervorgehoben, vielleicht erhofft man sich von ihm neue ← 35 | 36 →militärische Aktionen, wie es Planudes in seinem Enkomion anlässlich Michaels Krönung vorgeschlagen hat.221

Im Kloster der Vierzig Märtyrer im Nord-Osten...

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