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Unwirtliche Landschaften

Imaginationen der Ödnis in Literatur und Medien

Edited By Sabine Eickenrodt and Katarína Motyková

Die Beiträge untersuchen Landschaften wie Wüste, Steppe, Puszta, Nordpol oder Walachei, die den disanthropischen Topos vom «Ende der Welt» aufnehmen. Neuere Erzählungen, Reiseberichte und Filme zeigen die ambivalente Faszinationskraft der Unwirtlichkeit vornehmlich «östlicher» Regionen. Dabei erweist sich die imaginierte Ödnis nicht selten als sekundäre Wildnis, als historisch verschuldete, «kontaminierte» Leere. Die Studien thematisieren Zeit- und Raumbilder sowie Topographien der Ödnis an Beispielen von Leopold von Sacher-Masoch, Per Olof Sundman, Caroline Pichler, Judith Schalansky, Christa Wolf, Christoph Ransmayr, Martin Pollack, Wolfgang Herrndorf, Hans-Ulrich Treichel, Uwe Johnson sowie im Heimatfilm Wolfgang Liebeneiners und in Michael Hanekes Filmapokalypse Wolfzeit.
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Wüstenfahrt. Labyrinthische Bilder der (End-)Zeit in einer späten Erzählung Christa Wolfs

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„Menschenleere ist eine der Definitionen der Wüste“.1

„Der letzte Mensch – intensiv mit sich selber beschäftigt. Das Zentrum ist tot.“2

Abstract: Thirteen reproductions of paintings are added to Christa Wolf’s late short story Wüstenfahrt (1999). They were created by Günther Uecker, famous for using nails in his art, and are supposed to direct our attention to traces of every day life in a desert landscape. This article explores the relation between the text and the image, by thoroughly examining the narrative techniques used and also surveying the intertextual references, especially to Christoph Geiser’s Wüstenfahrt (1984). It argues that Wolf’s orientation along the space-time axis of a desert-labyrinth has to be read in strong connection to the diagnosis of self-alienation.

„Die Verabredung galt. Der Tag war gekommen“ (7) – dies ist der Eingangssatz von Christa Wolfs Erzählung Wüstenfahrt, die 1999 im Gerhard Wolf Janus press Verlag mit fotografischen Reproduktionen von 13 Materialbildern auf Holztafeln (29 x 40 cm) des bildenden Künstlers Günther Uecker erschienen ist. Seit der Er ← 89 | 90 → zählung Nagelprobe (1991),3 die zunächst im Katalog einer Uecker-Ausstellung in Sankt Gallen publiziert wurde und Zitate verschiedenster Quellen aus Kunst und Literatur, vor allem auch aus Friederike Mayröckers Stilleben-Roman4 montiert, arbeiteten die Autorin und der berühmte Nagelkünstler mehrfach zusammen. Dass diese Kooperation einen weit größeren Anspruch hatte, als bloße Illustration eines literarischen Textes über eine anerkannt...

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