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Unwirtliche Landschaften

Imaginationen der Ödnis in Literatur und Medien

Sabine Eickenrodt and Katarína Motyková

Die Beiträge untersuchen Landschaften wie Wüste, Steppe, Puszta, Nordpol oder Walachei, die den disanthropischen Topos vom «Ende der Welt» aufnehmen. Neuere Erzählungen, Reiseberichte und Filme zeigen die ambivalente Faszinationskraft der Unwirtlichkeit vornehmlich «östlicher» Regionen. Dabei erweist sich die imaginierte Ödnis nicht selten als sekundäre Wildnis, als historisch verschuldete, «kontaminierte» Leere. Die Studien thematisieren Zeit- und Raumbilder sowie Topographien der Ödnis an Beispielen von Leopold von Sacher-Masoch, Per Olof Sundman, Caroline Pichler, Judith Schalansky, Christa Wolf, Christoph Ransmayr, Martin Pollack, Wolfgang Herrndorf, Hans-Ulrich Treichel, Uwe Johnson sowie im Heimatfilm Wolfgang Liebeneiners und in Michael Hanekes Filmapokalypse Wolfzeit.
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Von der wilden Walachei. Zu einem literarischen Topos von Wezel bis Herrndorf

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Abstract: Walachia is a historical region in the southern part of Romania. In modern German language the term Walachia is used idiomatically as a synonym for an empty, remote and mostly primitive place. This article gives a brief historical overview of the word’s semantic evolution on the basis of its use in German literary works. Johann Carl Wezel’s novel Belphegor (1776) and Wolfgang Herrndorf’s Tschick (2010) are analysed exemplarily in order to reveal how the word’s semantic potentialities and its evolution is creatively taken up and consciously used in literature.

Walachei. Beim Klang dieses Wortes denken mit Sicherheit alle an dasselbe: urban vegan organisch1 – Waschmittel natürlich. So das Geschäftsmodell von Erik van Buuren, der 2010 eine Firma für ökologische Waschprodukte nach dieser Landschaft benannte. Die Walachei-typischen Düfte der Duschgels und Waschmittel wie Zirbelkiefer, Zeder, Zypresse und Weihrauch sollen dem überreizten Städter nach seiner Rückkehr aus der sog. ‚Pampa‘, in die er für kurze Zeit entflohen ist, „in der Nase hängen“. ,Pampa‘, ,Provinz‘, ,Hinterland‘, ,da ,wo der Pfeffer wächst‘ – dies alles sind Synonyme zur sprichwörtlichen Walachei, die eigentlich eine Landschaft in Osteuropa ist. Der Unternehmer erklärt den Firmennamen wie folgt:

Es beschreibt das Gefühl, weit weg von Menschenmassen zu sein, auf der Suche nach ursprünglicher Natur und bodenständigen Werten. Die Redensart wird kontextabhängig abwertend benutzt, ist aber durchaus Sehnsuchtsort. Dorthin flüchten Städter temporär, wenn die Zumutungen der...

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