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Unwirtliche Landschaften

Imaginationen der Ödnis in Literatur und Medien

Edited By Sabine Eickenrodt and Katarína Motyková

Die Beiträge untersuchen Landschaften wie Wüste, Steppe, Puszta, Nordpol oder Walachei, die den disanthropischen Topos vom «Ende der Welt» aufnehmen. Neuere Erzählungen, Reiseberichte und Filme zeigen die ambivalente Faszinationskraft der Unwirtlichkeit vornehmlich «östlicher» Regionen. Dabei erweist sich die imaginierte Ödnis nicht selten als sekundäre Wildnis, als historisch verschuldete, «kontaminierte» Leere. Die Studien thematisieren Zeit- und Raumbilder sowie Topographien der Ödnis an Beispielen von Leopold von Sacher-Masoch, Per Olof Sundman, Caroline Pichler, Judith Schalansky, Christa Wolf, Christoph Ransmayr, Martin Pollack, Wolfgang Herrndorf, Hans-Ulrich Treichel, Uwe Johnson sowie im Heimatfilm Wolfgang Liebeneiners und in Michael Hanekes Filmapokalypse Wolfzeit.
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Die kalte Landschaft des Ruhms. Zur Metaphorik der Polarreise in Per Olof Sundmans Roman Ingenieur Andrées Luftfahrt

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Abstract: The end of the 19th century was the epoch of the race for the Poles. In 1897 Salomon August Andrée from Sweden and his two companions attempted to fly over the North Pole in a hot air balloon. This adventure had an unfortunate ending, as the balloon crashed. Documentary material including personal diary and photos from this miserable arctic ice expedition were found after more than thirty years. On the basis of the discovered material the Swedish writer Per Olof Sundman wrote the documentary novel Ingenjör Andrées luftfärd (1967). This article reads Sundman’s work as a fictionalized story, analysing the images and changes of the arctic land, as metaphors of Andrées ambitiousness and his hunger for fame.

Zahlreiche nordische Polarexpeditionen haben seit dem 15. Jahrhundert versucht, in die unwirtlichen Gegenden der Arktis durchzudringen, neue Gebiete zu entdecken und auf dem Nordpol die Fahne ihres Landes aufzurichten. Doch sind die meisten der Versuche misslungen. Viele Expeditionen zu Schiff endeten mit dem Einfrieren und Zerschmettern im Eismeer und der überwiegende Teil der Besatzung überlebte den extremen Polarwinter nicht. Doch waren diese Misserfolge für die meisten kein Hindernis, zu neuen Abenteuerreisen in diese Teile des Erdkreises aufzubrechen.2 In den skandinavischen Ländern ist das ← 163 | 164 → Interesse an den Polarfahrten seit Mitte des 19. Jahrhunderts deutlich gestiegen. Die bis dahin errungenen Erfolge, wie etwa die Entdeckung der Nordostpassage bewiesen, dass es möglich war, rund um die Erdkugel zu reisen sowie...

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