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Politische Bildung als Instrument zur Verbesserung der politischen Partizipation, des Politikinteresses und der Demokratiequalität

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Franz Zeilner

Demokratie setzt voraus, dass die Bürgerinnen und Bürger über Kompetenzen im Bereich der Politik verfügen. Dafür ist politische Bildung mit dem Kernbereich Demokratieerziehung selbst eine conditio sine qua non. Diese Untersuchung beschäftigt sich mit den Zusammenhängen von politischer Bildung an Schulen, politischer Partizipation, dem Politikinteresse und der Demokratiequalität. Es wird gezeigt, wie positiv sich politische Bildung von gut ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen auswirkt, und wie wichtig ein eigenes Fach «Politische Bildung» an österreichischen Schulen, Universitäten und Pädagogischen Hochschulen wäre.
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3. Politische Partizipation

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3.1 Grundlegendes

Politische Partizipation bildet die Basis und das Fundament jeder Demokratie. Sie ist der grundlegende für das Funktionieren einer Demokratie. Der Begriff Partizipation hat seine historischen Wurzeln im lateinischen Wort „particeps“, das übersetzt „an etwas teilnehmend“, „beteiligt“ bedeutet. Es verweist auf Beteiligung, Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung und auch Mitentscheidung (Langenscheidts Großes Schulwörterbuch Lateinisch-Deutsch 1977, S. 818).

Im Bereich der Politikwissenschaft wurde der Begriff politische Partizipation bis Ende der 1970er Jahre überwiegend auf die Teilnahme von Bürger/innen an politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen7 im Rahmen institutionalisierter Beteiligungsformen, wie Wahlen, Mitgliedschaft in politischen Parteien u. a., bezogen. Aktuell kann als Ergebnis der Partizipationsforschung zwischen direkter (unmittelbarer) und indirekter (mittelbarer), legaler und illegaler, verfasster (institutionalisierter) und nicht verfasster (nicht institutionalisierter), konventioneller und nichtkonventioneller Partizipation unterschieden werden. Alle diese Unterscheidungsformen im Bereich der politischen Teilnahme sind aber nur demonstrativ und nicht taxativ (Geißel/Penrose 2003, S. 4 ff.).

Es gibt daher noch weitere Definitionen politischer Partizipation. Diese kann sich sowohl auf Fragen grundlegender politischer Ausrichtungen als auch auf sehr spezielle Einzelfragen und konkrete politische Entscheidungen beziehen. Neben den klassischen Formen der politischen Partizipation umfasst das Repertoire diverse weitere Aktivitäten, die in der deutschsprachigen Partizipationsforschung besonders im Definitionsmodell von Max Kaase aufgezeigt und im Folgenden auch in der gegenständlichen Arbeit genannt werden (Lenz/Ruchlak 2001, S. 1 ff; vgl. auch Niedermayer 2005, S. 192 ff).

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