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Hybridbildungen und ihre Rezeption unter den deutschen Muttersprachlern

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Anna Dargiewicz

Das Buch ergänzt die Monographie der Autorin über das Phänomen der Hybridbildungen im Gegenwartsdeutschen, in der sie sich dem systematisch-linguistischen Aspekt dieses Phänomens widmete. Hier nun werden die linguistischen Untersuchungen zu sprachlichen Phänomenen aus sozialer Perspektive betrachtet, denn Sprache funktioniert nicht von den Menschen isoliert. Sie wird von ihnen entwickelt und an die bestehenden Verhältnisse angepasst. Die zu diesem Zweck durchgeführte Befragung veranschaulicht, dass die meisten zur Untersuchung ausgewählten deutschen Muttersprachler nicht zu der Gruppe der leidenschaftlichen Sprachpuristen gehören. Vielmehr verstehen sie die Entwicklung der Sprache, die wesentlich vom fremdsprachigen Einfluss angetrieben wird, als einen unaufhaltsamen und kommunikationsfördernden Prozess. Die mit Hilfe des anonymen Fragebogens befragten Personen stehen in überwiegender Zahl den fremden Einflüssen auf die deutsche Sprache offen gegenüber, sofern diese das Verständnis der Äußerung nicht beeinträchtigen.
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1 Theoretischer Hintergrund der empirischen Analyse

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1.1 Fremde Einflüsse auf die deutsche Sprache

In der heutigen Welt ist es kaum vorstellbar und auch kaum möglich, dass sich eine Sprachgemeinschaft von den anderen isoliert, so dass sich ihre Sprache eigenständig entwickelt. Dies ist vor allem in den industrialisierten Ländern nicht möglich. Die Sprachgemeinschaften sind im ständigen Sprach- und Kulturkontakt. Die Intensität dieses Kontakts steigt von Tag zu Tag durch die elektronischen Medien an und ist gegenwärtig so groß wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Durch diesen Kontakt beeinflussen sich die Mitglieder der Sprachgemeinschaften einander sowohl im sprachlichen als auch im kulturellen Bereich. Beachtenswert ist dabei die Tatsache, dass dieser Kontakt nicht direkt sein muss. Er kann, wie schon erwähnt, über Medien sowie über die aus einem anderen Land kommenden Produkte und deren sprachliche Bezeichnungen erfolgen. Der Sprachkontakt ist Voraussetzung für Entlehnungen aus anderen Sprachen. Auch die deutsche Sprache steht schon seit Jahrhunderten in Kontakt mit anderen Sprachen. Jahrhundertelang werden ins Deutsche Wörter aus unterschiedlichen Sprachen entlehnt. Wichtig dabei ist zu betonen, dass die Leistung eines Wortes in einer Sprache entscheidend ist und nicht seine Herkunft, d. h. es ist entscheidend, ob ein entlehntes Wort in der jeweiligen entlehnenden Sprache gebraucht wird oder nicht. Wird ein Wort nicht gebraucht, verschwindet es oder es gerät in Vergessenheit. „Wir brauchen den Müll also gar nicht erst zu entsorgen. Er entsorgt sich selbst. Unnötige Fremdwörter sind Selbstentsorger: z. B. Der Injuriat...

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