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Hybridbildungen und ihre Rezeption unter den deutschen Muttersprachlern

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Anna Dargiewicz

Das Buch ergänzt die Monographie der Autorin über das Phänomen der Hybridbildungen im Gegenwartsdeutschen, in der sie sich dem systematisch-linguistischen Aspekt dieses Phänomens widmete. Hier nun werden die linguistischen Untersuchungen zu sprachlichen Phänomenen aus sozialer Perspektive betrachtet, denn Sprache funktioniert nicht von den Menschen isoliert. Sie wird von ihnen entwickelt und an die bestehenden Verhältnisse angepasst. Die zu diesem Zweck durchgeführte Befragung veranschaulicht, dass die meisten zur Untersuchung ausgewählten deutschen Muttersprachler nicht zu der Gruppe der leidenschaftlichen Sprachpuristen gehören. Vielmehr verstehen sie die Entwicklung der Sprache, die wesentlich vom fremdsprachigen Einfluss angetrieben wird, als einen unaufhaltsamen und kommunikationsfördernden Prozess. Die mit Hilfe des anonymen Fragebogens befragten Personen stehen in überwiegender Zahl den fremden Einflüssen auf die deutsche Sprache offen gegenüber, sofern diese das Verständnis der Äußerung nicht beeinträchtigen.
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5 Resümee

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In diesem Teil der Studie sollen Relevanz und Anwendbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse sowie Möglichkeiten der weiterführenden Erforschung des Untersuchungsphänomens hervorgehoben werden.

Das Problem der Fremdwörter und der Folgen ihrer Anwesenheit in der deutschen Sprache – zu denen unter anderen Hybridbildungen als Produkt der innerhalb des Deutschen stattfindenden Wortbildungsprozesse gehören – ist keineswegs leicht zu beschreiben. Es ruft viele Diskussionen und sowohl positive als auch negative Emotionen hervor, was die zu Zwecken dieser Studie durchgeführte Untersuchung vorbehaltslos bestätigt hat. Wie es aber Munske treffend mit einem Bild umbeschreibt, kann sowohl den Fremdwörtern als auch den hybriden Formen das Recht nicht abgesprochen werden, sich zur deutschen Sprache gehörend zu fühlen:

„Sind Fremdwörter die Gastarbeiter der deutschen Sprache? Angeworben in den Nachbarsprachen, weil der einheimische lexikalische Arbeitsmarkt neuen Benennungsaufgaben nicht mehr gewachsen war. Ihr fremdes Aussehen störte zunächst kaum, wurden sie doch nur für bestimmte Arbeiten (also fachsprachlich) eingesetzt, sollten ja auch bald wieder gehen, wie es Gästen ansteht. Wanderarbeiter der Sprache sollten sie sein, die keinerlei Bürgerrechte beanspruchen. Das hat sich als Irrtum erwiesen. Die Gastarbeiter blieben und die Fremdwörter auch. Die Menschen haben geheiratet oder Familienmitglieder nachgezogen, Kinder bekommen und Enkelkinder. Dies ist es vor allem, weshalb ihnen die Bürgerrechte nicht länger vorenthalten werden können. Ähnlich die Fremdwörter: Auch sie blieben nicht isoliert, sondern wurden durch Komposition oder Ableitung mit dem System des Gesamtwortschatzes verknüpft...

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