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Der Erste Weltkrieg

Ostmitteleuropäische Einblicke und Perspektiven

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Edited By Monika Kucner, Elżbieta Katarzyna Dzikowska and Agnieszka Godzisz

Der Band nimmt lokale Perspektiven des Ersten Weltkriegs, insbesondere der ostmitteleuropäischen Regionen, in den Blick. Die Beiträge berücksichtigen dabei besonders die multiethnische Gemengelage und die durch den Ersten Weltkrieg ausgelösten Konflikte in den regionalen Lebenswelten. Die Spannungen in den multiethnisch geprägten Gebieten ließen das bereits vor 1914 labil gewordene Gleichgewicht zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen nicht allein an der österreichisch-italienischen Grenze, sondern auch in vielen weiteren Gebieten Ostmitteleuropas aus der Balance geraten. Anders als im Westen Europas war die Heimatfront im Osten im Wesentlichen durch den Bewegungskrieg und zahlreiche Wechsel von militärischen Besatzern geprägt. Die Situation in den unmittelbaren Kampfgebieten und in der Nähe der militärischen Fronten unterschied sich somit deutlich von den Bedingungen an der Westfront.
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Krieg regional: Die Schlacht um Lodz und der Angriff auf Kalisch in den Tagebuchaufzeichnungen deutschsprachiger Autoren aus Lodz

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Die überaus blutigen Kämpfe und Unruhen erfassten Europa und weite Teile der ganzen Welt. Viele Städte und Dörfer wurden infolge der Kriegshandlungen weitgehend oder völlig zerstört. Unmittelbar nach der deutschen Kriegserklärung an Russland wurde am 2. August Kalisch vom deutschen 155. Infanterieregiment aus Ostrowo unter dem Befehl von Major Preusker besetzt. Die Stadt musste 50.000 Rubel Kontribution zahlen und 20 Geiseln stellen. Fünf Tage später trat die größte Katastrophe in der Geschichte dieser Stadt ein. Aus Gründen, die bis zum heutigen Tage nicht ganz geklärt sind, begann die deutsche Artillerie auf Preuskers Befehl den Beschuss der Stadt, der bis zum 22. August dauerte und viele Tote forderte. Am Ende blieben nur wenige Kirchen und der Gouverneurpalais stehen, das neue Rathaus und das Theater wurden zusammen mit beinahe allen Wohnhäusern der Stadt zerstört: 426 Wohnhäuser, neun Fabriken und sechs öffentliche Gebäude existierten nicht mehr. Die Zerstörung von Kalisch wurde damals in ganz Europa bekannt und hatte einen nicht zu unterschätzenden Imageschaden für die Mittelmächte zur Folge. Von nun an sprach man von „deutschen Barbaren“. Im Dezember 1914 lebten nur noch 5.000 Einwohner in der Stadt.1 ← 147 | 148 →

Nach dem Angriff auf Kalisch verlagerten sich die Kämpfe auf andere Gebiete. Vom 11. November bis zum 5. Dezember 1914 kam es an der Ostfront zwischen der deutschen 9. Armee unter General Mackensen und der 2. und 5. russischen Armee...

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