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Der Erste Weltkrieg

Ostmitteleuropäische Einblicke und Perspektiven

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Monika Kucner, Elżbieta Katarzyna Dzikowska and Agnieszka Godzisz

Der Band nimmt lokale Perspektiven des Ersten Weltkriegs, insbesondere der ostmitteleuropäischen Regionen, in den Blick. Die Beiträge berücksichtigen dabei besonders die multiethnische Gemengelage und die durch den Ersten Weltkrieg ausgelösten Konflikte in den regionalen Lebenswelten. Die Spannungen in den multiethnisch geprägten Gebieten ließen das bereits vor 1914 labil gewordene Gleichgewicht zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen nicht allein an der österreichisch-italienischen Grenze, sondern auch in vielen weiteren Gebieten Ostmitteleuropas aus der Balance geraten. Anders als im Westen Europas war die Heimatfront im Osten im Wesentlichen durch den Bewegungskrieg und zahlreiche Wechsel von militärischen Besatzern geprägt. Die Situation in den unmittelbaren Kampfgebieten und in der Nähe der militärischen Fronten unterschied sich somit deutlich von den Bedingungen an der Westfront.
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Zwischen Kriegsbejahung und -verneinung: Ernst Wiechert und Agnes Miegel

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Die Ausführungen zu zwei ostpreußischen Autoren, die in ihrem Werk den Ersten Weltkrieg thematisierten, möchte ich mit der These beginnen, dass der Erste Weltkrieg ein Wendepunkt in der Geschichte der Provinz gewesen ist, die seit über hundert Jahren am Rande der „großen Geschichte“ schlummerte, wie es Hubert Orłowski formulierte.1 Die kollektive Vorstellung des Krieges war eine Schreckgestalt eines mit einer Lanze bewaffneten Kosakenreiters, im Hintergrund die verbrannten Häuser, die zum einen die herannahende Gefahr aus dem Osten versinnbildlichte. Zum anderen diente sie als Symbol der Mentalität, die mit dem Syndrom der belagerten Festung verwandt war, worauf im Folgenden noch eingegangen wird.2 Das literarische Abbild des Krieges findet man in zahlreichen Zeugnissen, zu denen der Historiker und Kulturwissenschaftler Robert Traba die „erlebte Geschichte“ (Tagebücher und Erinnerungen), Romane und Erzählungen sowie Lehrbücher der damaligen Zeit zählt.3 Der Beitrag konzentriert sich auf das Prosawerk Agnes Miegels (1879–1964) und Ernst Wiecherts (1887–1950) und setzt sich zum Ziel, im Werk der genannten Autoren eine doppelte Perspektive der Kriegswahrnehmung und der Kriegsgeschehnisse zu erläutern. Es werden zwei Autoren unter die Lupe genommen, deren weltanschauliche Positionen auf zwei entgegengesetzten Polen liegen. Ein Bindeelement und Ausgangspunkt für ihr literarisches Werk ist jedoch ihre ostpreußische Heimat. ← 37 | 38 →

In der Monographie Weibliche NS-Affinitäten. Grade der Systemaffinität von Schriftstellerinnen im „Dritten Reich“ von Eva-Maria Gehler wird das Problem der Klassifizierung von Agnes Miegel als Dichterin thematisiert.4 Eva-Maria Gehler...

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