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Die Gesellschaft der Menschen

Ihre Entstehung, Funktionsweisen und Zukunftsperspektive- Eine energetische Gesellschaftstheorie

Dietrich Droste

In seinem neuen Buch vermittelt der Autor mit historisch-soziologischem und zugleich naturwissenschaftlichem Zugriff die grundlegenden Funktionsweisen menschlichen Gesellschaftslebens. Dessen Entstehung und Funktionieren führt er an konkreten Beispielen aus Frühgeschichte, Geschichte und Gegenwart auf die zugrunde liegende Notwendigkeit dauernden Energieerwerbs aus der jeweiligen Umwelt des Menschen zurück. Wie dieser Energieerwerb in zunehmend naturfernem, einvernehmlichem Gütertausch erreicht wird, zeigt er an Beispielen gesellschaftlichen Lebens wie Freundschaft, Ehe, Nachbarschaft, Geselligkeit, Spiel, Sport, Religion, Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik in seiner innovativen Gesamtschau interdisziplinär auf.
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22 Kultur als gesellschaftliche Pflege wohltuender Lebensführung

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Die Kultur ist von den modernen Geisteswissenschaften auf den Bereich religiöser, künstlerischer, wissenschaftlicher, also geistig-seelischer Hervorbringungen, Darbietungen und Rezeptionen beschränkt worden, was sie in den Augen gegenwärtiger Kulturwissenschaftler schließlich zum bedeutungsvollen ‚Text‘, ihre Analyse zu dessen Interpretation verkümmern ließ.1 Dieser verkürzte Kulturbegriff übersieht sowohl die etymologische Herkunftsbedeutung des Wortes Kultur aus dem lateinischen cultura, das zuerst und vor allem den Ackerbau als die grundlegende Tätigkeit zur physischen Erhaltung der römischen Gesellschaft bezeichnete. Er verkennt zudem, dass die nicht zu interpretierende, sondern ordnungsgemäß zu leistende Errichtung und Erhaltung öffentlicher Einrichtungen und auch privater Wirtschaftsunternehmen – wie der römische Ackerbau – ebenfalls zur Kultur von Menschengesellschaften gehört. Zwar sind in modernen Industriegesellschaften viele einfache, handfeste Arbeiten auf intelligent konstruierte Maschinen und Apparaturen übertragen worden, dennoch verrichtet ein Großteil der Arbeitnehmerschaft auch heute noch routinierte, gleichwohl notwendige Tätigkeiten wie etwa die an Montagebändern, im Handwerk und Reinigungsgewerbe oder bei der Müllabfuhr ‚mit ihrer Hände Arbeit‘, ohne die unser gesellschaftliches Leben kulturelle Einbußen erleiden würde. Blieben etwa die durch heutigen Verpackungsaufwand ständig vermehrten Haushaltsabfälle auf den Gehwegen der Städte liegen, wie das noch 2013 massenhaft in Italien geschah, wird so etwas zu Recht als schlimmer Einbruch heutiger Kultur oder Zivilisation, wie Angelsachsen zumeist die Kultur benennen, eingeordnet und zu Recht kritisiert. Von hier aus ist etwa die Tätigkeit von ‚Müllmännern‘ durchaus als wichtiger Beitrag zur Erhaltung gegenwärtiger Stadtkultur zu bewerten...

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