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Die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten nach HGB und IFRS

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Frank Angermann

Der Autor untersucht die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten (Insurance-Linked Securities, Insurance Derivatives, Contingent Capital) nach HGB und IFRS (unter Berücksichtigung des Standardentwurfs für Versicherungsverträge ED/2013/7) und veranschaulicht die Bilanzierungsvorschriften mit Buchungsbeispielen. Er würdigt die Bilanzierungsvorschriften im Hinblick auf ihren Beitrag zu tatsachengetreuen und entscheidungsrelevanten Jahresabschlussinformationen und leitet Handlungsempfehlungen ab. Da Alternative Risikotransferinstrumente sowohl Merkmale von Rückversicherungsverträgen als auch von Finanzinstrumenten aufweisen, ist die Frage der Klassifizierung der Transaktion als Rückversicherung oder Finanzinstrument von entscheidender Bedeutung für die Bilanzierung.
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4 Grundlagen der Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten

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4.1 Zwecke und Prinzipien der Rechnungslegung

4.1.1 Vorschriften nach HGB

Die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten hat sich an den übergeordneten Zwecken und Prinzipien des jeweiligen Rechnungslegungssystems zu orientieren. Versicherungsunternehmen haben für die Bilanzierung nach deutschem Bilanzrecht die Generalnorm des § 264 Abs. 2 HGB zu beachten, nach der der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln hat.256 Die GoB stellen einen unbestimmten Rechtsbegriff dar und umfassen alle kodifizierten und nicht kodifizierten Buchführungs- und Bilanzierungsgrundsätze, die Unternehmen zur Abbildung der wirtschaftlichen Tatbestände nach deutschem Recht zu befolgen haben. Als Generalnorm bilden die GoB den übergeordneten Maßstab für die Ordnungsmäßigkeit von Jahresabschlüssen257 und dienen zudem als Grundlage dazu, Regelungslücken im kodifizierten Bilanzrecht zu ergänzen bzw. auslegungsbedürftige Regelungen zu konkretisieren.258 Die GoB werden aus den Zwecken der Rechnungslegung abgeleitet, die sich in der Dokumentations-, der Informations- bzw. Rechenschafts- sowie der Kapitalerhaltungsfunktion manifestieren.259 Diese Rechnungslegungszwecke determinieren inhaltlich den Begriff der „tatsächlichen Verhältnisse“260 (True and Fair View).261

← 65 | 66 →Die Dokumentationsfunktion leitet sich aus § 238 Abs. 1 HGB ab, nach der jeder Kaufmann verpflichtet ist, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens ersichtlich zu machen. Diese Dokumentationsfunktion verlangt eine Buchführung aller Geschäftsvorfälle sowie der Vermögenslage des Unternehmens in der...

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