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Die Übernahme byzantinischer Feld- und Ackermaße durch den osmanischen Staat

Ein Beitrag zur Frage des byzantinisch-osmanischen Kulturtransfers

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Johannes Zimmermann

Anhand des Beispiels der byzantinischen Feld- und Ackermaße und des ihnen übergeordneten Systems der Landvergabe und -besteuerung verfolgt das Buch das Fortleben byzantinischer administrativer Elemente und Praktiken im Osmanischen Reich. Verlauf, Charakter und Motivation dieses kulturellen Transferprozesses werden hierbei nachgezeichnet. Hintergrund ist die oftmals von politisierten Geschichtsbildern und Identitätsdiskursen durchsetzte Debatte um die Natur und Rolle des byzantinischen Erbes im Staatsaufbau des frühen Osmanischen Reiches.
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2. Die byzantinischen und osmanischen Feld- und Ackermaße

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2.   Die byzantinischen und osmanischen Feld- und Ackermaße

Im Gegensatz zur Flächenvermessung mittels der Quadratur bestehender, fest definierter Längenmaße bringen es die besonderen Produktionsbedingungen vorindustrieller Landwirtschaft mit sich, dass auch andere Faktoren in die Berechnung für Feld- und Ackerflächen im Byzantinischen Reich einflossen. Die Vermessung landwirtschaftlich genutzter Flächen durch Maße, die aus der Quadratur fester Längenmaße gewonnen wurden, spielte im Byzantinischen Reich keine – oder nur eine untergeordnete - Rolle. Die Verwendung von Maßeinheiten, deren Ursprung eigentlich in anderen Teilbereichen der Metrologie – etwa der Volumen- (μόδιος [módios]) oder Gewichtsbestimmung (λίτρα [lítra]) – zu suchen ist, zum Ausdruck von Ackerflächen verweist auf den Umstand, dass bei der Bestimmung von Feldflächen auch andere Faktoren als der absolute Flächeninhalt eine Rolle spielten. Die Einbeziehung verschiedener produktionsbedingter Faktoren in die Berechnung und Wiedergabe landwirtschaftlicher Einheiten findet auch in der hohen Anzahl unterschiedlicher und regional spezifischer Maßeinheiten ihren Ausdruck.

Im Folgenden sollen drei miteinander in Beziehung stehende und aufeinander aufbauende byzantinische Feld- und Ackermaße ausführlich dargestellt und ihr absoluter Flächeninhalt bestimmt werden: μόδιος, στρέμμα (strémma) und ζευγάριον (zeugárion). Diese Maße eignen sich in besonderem Maße für eine paradigmatische Erschließung des byzantinischen Landvermessungssystems, da sie zum einen in zahlreichen Provinzen des Reiches zur Anwendung kamen73 und ihnen zum anderen innerhalb des byzantinischen Systems von Flächenmaßen – das durch das Nebeneinander einer hohen Anzahl regional spezifischer Maßeinheiten gekennzeichnet...

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