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Die Übernahme byzantinischer Feld- und Ackermaße durch den osmanischen Staat

Ein Beitrag zur Frage des byzantinisch-osmanischen Kulturtransfers

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Johannes Zimmermann

Anhand des Beispiels der byzantinischen Feld- und Ackermaße und des ihnen übergeordneten Systems der Landvergabe und -besteuerung verfolgt das Buch das Fortleben byzantinischer administrativer Elemente und Praktiken im Osmanischen Reich. Verlauf, Charakter und Motivation dieses kulturellen Transferprozesses werden hierbei nachgezeichnet. Hintergrund ist die oftmals von politisierten Geschichtsbildern und Identitätsdiskursen durchsetzte Debatte um die Natur und Rolle des byzantinischen Erbes im Staatsaufbau des frühen Osmanischen Reiches.
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4. Übernahmemotivationen

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4.   Übernahmemotivationen

Im dritten Untersuchungsschritt soll nun der Charakter des Transferprozesses in Hinblick auf seine Abhängigkeit von zweckrationalen Erwägungen und/ oder äußeren Sachzwängen bzw. das Bestehen nennenswerter Alternativen zum Transfer untersucht werden, um auf diese Weise den z-Wert zu ermitteln. Dabei soll auf zwei Ebenen vorgegangen werden: In einem ersten Schritt soll versucht werden, osmanische Quellen, die sich direkt und indirekt mit der Integration der byzantinischen Feld- und Ackermaße und des auf ihnen aufbauenden Steuersystems beschäftigen, qualitativ auszuwerten, um das (spätere) Verhältnis des osmanischen Zentralstaates und seiner administrativen und religiösen Elite zum Übernahmegegenstand näher zu bestimmen. Dazu soll zuerst die innerosmanische Debatte um das Verhältnis von religiösem Recht, sultanischem Recht und Gewohnheitsrecht, unter das die übernommenen Maße und Steuerverfahren zu ordnen sind, mittels einer Besprechung einiger exemplarischer Wortmeldungen osmanischer Staatsmänner und Gelehrter aus dem 15. und 16. Jahrhundert umrissen werden, um auf diese Weise erste Erkenntnisse über die Haltung osmanischer Akteure zum Transferobjekt zu gewinnen. Allein der Umstand, dass im späten 15. und 16 Jahrhundert unter den Bedingungen veränderter Diskurse nun die Notwendigkeit gesehen wurde, diesen bis dato wenig diskutierten Bereich des Rechtswesens zu diskutieren und mit den veränderten Diskursen zu harmonisieren, verweist auf zweierlei: Zum einen auf den prinzipiellen Charakter der diskutierten Regelungen als aus einem anderen Kontext übernommene Elemente. Zum anderen aber auch auf die Tatsache, dass in den vorhergehenden Phasen eine solche Harmonisierung als...

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