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KATHARINAfeier

Kritisch-theologisch-feministisch- Eine Nachlese

Series:

Edited By Anna Steinpatz, Silvia Arzt and Dominik Elmer

Der vorliegende Sammelband ist eine Zusammenstellung nahezu aller Vorträge, die im Rahmen der KATHARINAfeier an der Katholisch-Theologischen Fakultät Salzburg seit Beginn der Veranstaltung gehalten wurden. Die Vorträge stammen aus unterschiedlichen theologischen und philosophischen Disziplinen, sind jedoch alle verbunden durch einen kritisch-feministischen Ansatz. Zusätzlich zu dieser Zusammenschau enthält das Buch einen Artikel über die Entstehungsgeschichte der KATHARINAfeier sowie über die in den letzten Jahren verstärkte Verbindung mit unterschiedlichen künstlerischen Gestaltungen.
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Vom Verlangen nach Heilwerden – Feministisch-theologische Re-Visionen der Christologie

1. Feministischen Kritik an der traditionellen Christologie

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Seit mehr als zwei Jahrzehnten melden sich christliche Frauen theologisch zu Wort. Sie brechen das ihnen während Jahrhunderten auferlegte Schweigen und formulieren ihre eigene Sicht des christlichen Glaubens; sie entfalten neue Bilder und Vorstellungen von Gott und von Erlösung, die in ihrer eigenen Lebenssituation als Frauen, in ihren Erfahrungen des Leidens und der Unterdrückung und ihrem Verlangen nach Befreiung und Heilwerden verwurzelt sind. Feministische Theologinnen unterziehen die traditionelle christliche Theologie aber gleichzeitig einer kritischen Re-Vision und fragen, welche Elemente der christlichen Lehre zur Unterdrückung von Frauen beigetragen haben und welche befreienden Elemente für Frauen sich im Christentum wiederentdecken lassen. In diesem Prozess hat sich die Christologie für viele feministische Theologinnen zunehmend als Brennpunkt der Frage herauskristallisiert, ob sich Feminismus, d. h. der Kampf von Frauen gegen alle Formen patriarchaler Unterdrückung, und christlicher Glaube vereinbaren lassen. Denn die Christologie, wörtlich die Lehre oder Rede von Christus, ist nicht nur das Zentrum des christlichen Glaubens, sondern auch jene Doktrin der christlichen Tradition, die in den Augen vieler feministischer Theologinnen am meisten gegen die Frauen verwendet worden ist. Die kirchliche oder dogmatische Lehre von Jesus, dem Christus, d. h. die christliche Lehre, dass der jüdische Wanderprediger Jesus von Nazareth der Messias, der Christus ist, der Erlöser der ganzen Menschheit, die einmalige und einzigartige Menschwerdung Gottes, reflektiert nämlich nicht nur ausschließlich die Glaubenserfahrungen und Sichtweisen von (westlichen) Männern; sie diente gleichzeitig während Jahrhunderten, bewusst oder unbewusst, vorwiegend deren...

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