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Gesprochene Sprache in der philologischen Sprachausbildung

Theoretische Grundlagen – Empirische Befunde – Exemplarische Anwendungen

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Magdalena Thien

Dieses Buch ist ein Beitrag zu den intensiv geführten Diskussionen über die Beschreibung des Gegenstandsbereichs Sprache für den Fremdsprachenunterricht. Seit der Jahrtausendwende mehren sich seitens der didaktisch interessierten Sprachforschung im In- und Ausland verstärkt Stimmen, welche die ausschließliche Ausrichtung des DaF-Unterrichts an der Schriftsprache bezweifeln. Sie fordern die Fachgemeinschaft zu Überlegungen auf, welche Normen und Varietäten der deutschen Sprache in den unterschiedlichen Vermittlungskontexten von Sprache einzubeziehen sind. Die Autorin möchte die Relevanz der Vermittlung gesprochener Sprache im germanistischen Sprachunterricht herausstellen und damit eine breite Diskussion über theoretische und methodische Grundsatzfragen der Übertragung der linguistischen Erkenntnisse in die philologische Sprachpraxis entfachen wie auch eine Debatte über das Design der philologischen Sprachausbildung anregen.
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1. Einleitung

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1.  Einleitung

In der fremdsprachendidaktischen Diskussion der letzten zwanzig Jahre lässt sich verstärkt das Bemühen verzeichnen, objektive Kriterien für die Beschreibung von Sprachkompetenz sowie Kompetenzbeschreibungen und -profile zu erstellen. Dieser Entwicklung trägt vor allem der „Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen“ Rechnung, indem er Werkzeuge der Standarisierung, Normierung und Diagnose für Verantwortliche im Bildungswesen, für Lehrwerkautoren, Lehrende, Lehrerausbilder, Prüfungsanbieter1 etc. zur Verfügung stellt (vgl. Europarat 2001: 14). Seine Gedanken wie auch andere Erkenntnisse aus der Fachdiskussion über Kompetenzen, Standards und Ergebnisse im Fremdsprachenunterricht sind auch bereits auf der bildungsdirektiven Ebene angekommen. Sowohl in Deutschland als auch in Polen und anderen nicht deutschsprachigen Ländern werden zunehmend Bildungsstandards für den DaF-Unterricht diskutiert, die festlegen, welche Kompetenzen die Lernenden bis zu einer bestimmten Jahrgangsstufe mindestens erworben haben sollen. Die Aufstellung von Bildungsstandards wird gleichzeitig von der Entwicklung standarisierter Tests zur Überprüfung der erreichten Kompetenzen begleitet. Damit hat sich die fremdsprachendidaktische Fachdiskussion verstärkt vom input zum output verlagert, so dass man seit der Jahrhundertwende eine grundlegende Neuorientierung des Fremdsprachenunterrichts sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bildungsbereich konstatieren kann (vgl. Bausch/Burwitz-Melzer/Königs/Krumm 2009: 7).

Diese begrüßenswerten und nötigen Entwicklungen haben allerdings Perspektivierungen für eine angemessene Ausgestaltung von jeweils adressatenspezifisch ausgelegten Inhaltsstrukturierungen des Fremdsprachenunterrichts rar gemacht (vgl. ebd.), obwohl Kompetenzen bekanntenweise nicht ohne Rekurs auf Inhalte diskutiert werden können2. Auch infolge der Pragmatisierung des ← 13 | 14 → Fremdsprachenunterrichts ist die zentrale didaktische Frage...

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