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Gegen Staat und Kapital – für die Revolution!

Linksextremismus in Deutschland – eine empirische Studie

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Klaus Schroeder and Monika Deutz-Schroeder

Das Buch zeichnet ein differenziertes Bild vom aktuellen Linksextremismus in Deutschland. Die Autoren werfen einen kritischen Blick auf den Forschungsstand, beschreiben die Geschichte des Linksextremismus und entwickeln auf Basis der Selbstdarstellungen typischer linksextremer Gruppen eine Skala, die die verschiedenen Dimensionen eines linksextremen Einstellungsmusters umfasst. Auf dieser Grundlage führte Infratest dimap eine repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung durch, die die weite Verbreitung linksextremer Einstellungen in der Bevölkerung zeigt. Darüber hinaus erfolgt eine kritische Betrachtung der Diskussion um den Begriff «Extremismus». Der Zusammenhang von (Links-)Extremismus und Gewalt wird ebenso erörtert wie die Realität linksextremen Gewalthandelns. Hinzu kommen Interviews mit ehemaligen Linksradikalen und linksaffinen Jugendlichen.
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XIV. Repräsentative Befragung zu linksextremen Einstellungen und politisch motivierter Gewalt

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XIV.Repräsentative Befragung zu linksextremen Einstellungen und politisch motivierter Gewalt

Zentrales Ziel unserer Arbeit ist die Beantwortung der Fragen, welche ideologischen, soziokulturellen und sozialen Aspekte linksextremer Ideologien insbesondere für junge Menschen eine besondere Verführungskraft darstellen und über welche Themen und Aktionsfelder sich der linksextreme Nachwuchs vorrangig rekrutiert. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse der theoretisch geleiteten empirischen Studie Erkenntnisse über die Verbreitung linksextremer Einstellungen in der Bevölkerung liefern. Hierzu führte Infratest dimap auf Basis einer von uns entwickelten Linksextremismusskala im Sommer 2014 eine repräsentative Befragung in Deutschland durch.1790

Die Linksextremismusskala

In unsere Konstruktion einer Linksextremismusskala, die die wesentlichen politisch-ideologischen Vorstellungen von Linksextremisten umfasst, flossen folgende Dimensionen ein:

•Ein dynamischer Extremismusbegriff, entwickelt aus der Auseinandersetzung mit den Befürwortern und Kritikern eines Extremismusmodells, bestimmt antipluralistische und monistische Denkweisen als die entscheidenden Merkmale von Extremismus. Monistisches Denken, das ein einziges Grundprinzip zum Maßstab nimmt, steht konträr zu pluralistischen Denkmustern. Diese Position bedeutet die kategoriale Ablehnung eines statischen Begriffs der „Mitte“, da Bezüge zwischen extremistischen und demokratischen Bewegungen bestehen und die Grenzen zwischen radikal-demokratischen und extremen politischen Einstellungen fließend sind. Extremistisches Denken und Verhalten findet sich also nicht nur an den linken und rechten politischen Rändern einer Gesellschaft.Links und Rechts können nicht als absolute, sondern nur als relative ← 557 | 558 → Begriffe gesehen werden. Beide werden antipluralistisch und antidemokratisch, wenn sie ihre eigene Position absolut setzen. Linksextremisten ist bei durchaus vorhandenen Unterschieden zwischen den verschiedenen...

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