Show Less
Restricted access

Paul Gerhardts Kirchenlieder

Eine kognitiv-linguistische Studie

Series:

Ryszard Ziaja

Ryszard Ziaja verweist in dem Band auf beachtliche empirische Möglichkeiten der kognitiven Metapherntheorie im Hinblick auf Kirchenliedtexte. An konkreten Beispielen verdeutlicht er die Leistungskraft sowie die analytischen Grenzen dieses Ansatzes hinsichtlich der gewählten religiös-historischen Textsorte. Die vom Autor vorgenommene Verknüpfung einer postmodernen Analysetheorie kognitiv-linguistischer Art mit der Kirchenliedschöpfung Paul Gerhardts hat ein Rekontextualisierungsmodell historischer Sakraltexte hervorgebracht. Aufgrund des interdisziplinären Charakters ist das Buch für Linguisten, wie für Theologen, Literatur- und Kulturwissenschaftler von Interesse.
Show Summary Details
Restricted access

3 Das Kirchenlied als Textsorte religiöser Sprache

Extract

3DAS KIRCHENLIED ALS TEXTSORTE RELIGIÖSER SPRACHE

Da das an dieser Stelle untersuchte Korpus aus Kirchenliedern besteht, zielt dieses Kapitel auf die Schilderung von Eigenarten dieser Textsorte ab. Zunächst soll der allgemeine Diskurs mittels einer Begriffseingrenzung und Charakterisierung der religiösen Sprache besprochen werden. In diesem Zusammenhang wird die Sprachvarietät aus der postmodernistischen Perspektive geschildert. Im Nachhinein wird das Kirchenlied definiert und hinsichtlich der Textsortenmerkmale manifestiert. Zum Abschluss des Kapitels werden die empirischen Möglichkeiten der kognitiven Metaphernanalyse für die Kirchenliedforschung dargelegt.

3.1RELIGIÖSE SPRACHE – BEGRIFFSBESTIMMUNG

Bevor auf eine detaillierte Textsortenspezifizierung eingegangen wird, soll die sprachliche Charakteristik des Kirchenliedes erläutert werden. Es soll also auf folgende Fragen eingegangen werden: Was ist das für eine Sprache, die sich im Kirchenlied manifestiert? Wie sehen die Eigenschaften einer solchen Sprache aus?

Um diese Fragen zu beantworten, muss von der Parole-Ebene, wie etwa eines konkreten Kirchenliedes, auf die Langue-Ebene Bezug genommen werden. In dieser Hinsicht sei der Begriff der religiösen Sprache bzw. der sakralen Sprache bestimmend. Trotz mehrerer Definierungen ist eine eindeutige Klarlegung der religiösen Sprache äußert problematisch. Die Mehrheit der Forscher, wie etwa Makuchowska (1992: 167–170), Bajerowa (1995: 99–113), Pałucka (2000: 176–184) oder Greule (2012: 13), tendieren zur zweiten Auslegung. Demnach wird die religiöse Sprache als Varietät der allgemeinen Sprache verstanden, welche innerhalb der religiösen Lebenssphäre gebraucht wird (vgl. Przyczyna 2011:20). Als Ergänzung führt Bajerowa (1995:...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.