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Myopische Steuerungsperspektive versus Nachhaltigkeitsorientierung: Einfluss auf den langfristigen Markterfolg

Eine empirische Analyse deutscher Unternehmen

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Frank Tiefenbeck

Einen wohl nicht ganz unwesentlichen Beitrag zur Finanzkrise von 2008 und deren Folgen leisteten kurzfristige Anreize für Manager, Gewinne zu realisieren, die die langfristigen Entwicklungen von Unternehmen beeinträchtigen. Ziel des Autors ist es, Impulse zur Gestaltung, ggf. auch verpflichtenden Gestaltung, von Unternehmensplanung und -controlling zu geben, um eine kontinuierliche nachhaltige Unternehmensentwicklung zu fördern. Dabei gilt es insbesondere zu prüfen, ob bestimmte Designs von Planung, Controlling und Nachhaltigkeitsorientierung, die eine übermäßige Kurzfristorientierung von Managern fördern oder verhindern, negativ bzw. positiv auf den langfristigen Markterfolg von Unternehmen wirken. Daraus wird ein Leitbild zur nachhaltigen Unternehmensplanung abgeleitet.
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B. Theoretische Motivation und Stand der Forschung

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B. Theoretische Motivation und Stand der Forschung

Der Begriff „Myopie“, lateinisch „Kurzsichtigkeit“ bzw. englisch „myopia“, wird im Rahmen dieser Untersuchung im Sinne von Management Myopie, d. h. einer übermäßigen Kurzfristorientierung in der Entscheidungsfindung im unternehmerischen bzw. betriebswirtschaftlichen Kontext durch Manager verwendet. Aus ökonomischer Sicht resultiert Management Myopie aus der Existenz von Informationsasymmetrien, dem Bestreben nach Verlustminimierung oder einer individuellen Eigenschaft von Managern, die im Folgenden als Per-Se-Kurzfristorientierung bezeichnet wird.

Im Falle von Informationsasymmetrien wird unterstellt, dass die Informationen zwischen angestellten Managern auf der einen und Eigentümern bzw. Eigenkapitalinvestoren auf der anderen Seite asymmetrisch verteilt sind. Grundsätzlich ist diese Thematik als Principal-Agent-Problem bekannt. Der Principal als Eigentümer delegiert das Management seines Unternehmens an einen angestellten Manager, den Auftragnehmer oder Agenten. Unter der Annahme von unvollständiger Information besitzt der Agent z. B. aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zum Unternehmen und zum Geschäft oder aufgrund seiner Fachexpertise bessere Informationen als der Principal, der nur indirekt und punktuell über den Agenten sowie bestimmte Informationssysteme in das Geschehen des Unternehmens eingebunden ist.3

In einem solchen Modelldesign wird der angestellte Manager typischerweise über eine ergebnisabhängige Entlohnung gesteuert, die im Regelfall in Abhängigkeit von Erfolgskennzahlen aus den betrieblichen Informationssystemen festgelegt wird. Dabei kommt dem Umstand eine wichtige Bedeutung zu, dass Eigentümer bzw. die von ihnen verwendeten, in aller Regel rechnungslegungsbasierten Informationssysteme den Erfolg von Projekten mit einem kürzeren ← 5 | 6 → Zeithorizont besser einschätzen können als den Erfolg von Projekten...

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