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Myopische Steuerungsperspektive versus Nachhaltigkeitsorientierung: Einfluss auf den langfristigen Markterfolg

Eine empirische Analyse deutscher Unternehmen

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Frank Tiefenbeck

Einen wohl nicht ganz unwesentlichen Beitrag zur Finanzkrise von 2008 und deren Folgen leisteten kurzfristige Anreize für Manager, Gewinne zu realisieren, die die langfristigen Entwicklungen von Unternehmen beeinträchtigen. Ziel des Autors ist es, Impulse zur Gestaltung, ggf. auch verpflichtenden Gestaltung, von Unternehmensplanung und -controlling zu geben, um eine kontinuierliche nachhaltige Unternehmensentwicklung zu fördern. Dabei gilt es insbesondere zu prüfen, ob bestimmte Designs von Planung, Controlling und Nachhaltigkeitsorientierung, die eine übermäßige Kurzfristorientierung von Managern fördern oder verhindern, negativ bzw. positiv auf den langfristigen Markterfolg von Unternehmen wirken. Daraus wird ein Leitbild zur nachhaltigen Unternehmensplanung abgeleitet.
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Ein häufig diskutierter Managementfehler ist Kurzfristdenken, auch als Management Myopie (Kurzsichtigkeit) bezeichnet. Dieser Fehler besteht darin, dass für die Lösung betriebswirtschaftliche Entscheidungsprobleme nicht die gesamten Konsequenzen bedacht werden, die sich über den Lebenszyklus der verschiedenen Lösungsalternativen erstrecken. Vielmehr werden materielle oder immaterielle Konsequenzen, die zeitlich später anfallen, entweder ignoriert oder zumindest zu gering gewichtet. In der Folge wird dann eine nur kurzfristig optimale, bei vollständigem Zeithorizont aber unterlegene Alternative gewählt. Der Gegenbegriff hierzu ist Nachhaltigkeit und erstmals für die Forstwirtschaft des beginnenden 18. Jahrhunderts in der modernen Literatur belegt: Ein „kurzsichtiger“ Forstwirt schlägt aus schneller Profitgier in einem Wald mehr Holz, als im Zeitablauf nachwachsen kann, der „nachhaltige“ fällt dagegen nie mehr Bäume als der natürliche Regenerationszyklus erlaubt. Gerade in der Unternehmensführung spielt nachhaltiges Management eine wichtige Rolle, um Strategien und Maßnahmen zu verhindern, die lediglich kurzfristig erfolgreich, in der Langfristbetrachtung aber schädlich oder sogar existenzgefährdend sind.

Ein einfacher homo oeconomicus würde immer zu einer nachhaltigen Strategie greifen, wenn deren Barwert den eines kurzfristig orientierten Maßnahmenpakets übersteigt. Inzwischen wissen wir aber, dass sich Menschen in Unternehmen nicht immer so rational verhalten, wie es die Theorie vorhersagt. Vor diesem Hintergrund setzt sich Frank Tiefenbeck zum Ziel, Instrumente zur Förderung eines an Nachhaltigkeit orientierten Managements zu entwickeln.

Dazu prüft Frank Tiefenbeck zunächst im Rahmen einer großzahligen empirischen Befragung deutscher Unternehmen die Bedeutung der Problemstellung,...

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