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Venedig als Bühne

Seine Theatralität in der Literatur

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Friederike Schlemmer

Der Theatralität Venedigs in der Literatur auf den Grund zu gehen, stellt das Ziel dieser Untersuchung dar. Dabei betrachtet die Autorin zuerst die theatrale Disposition der Lagunenstadt aus historischer Perspektive und geht anschließend auf das Phänomen der Theatralität anhand verschiedener Theorien ein. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen lässt sich demnach auf eine spezifisch venezianische Theatralität schließen, aufgrund derer sich Venedig als Bühne konstituiert. Inwiefern sich die geheimnisvolle und verfallende Lagunenstadt sowohl auf der topographischen als auch auf der semantischen Ebene als ein theatrales Faszinosum erweist, und wie sich dieses in der fiktionalen Literatur von der Romantik bis annähernd in die Gegenwart auswirkt, soll hierbei geklärt werden.
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I. Einleitung

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I.   Einleitung

„(…) Venedig (…), es sitzt am Ufer des Meeres wie eine schöne Frau, die mit dem Tage erlischt; der Abendwind weht durch ihr duftendes Haar; sie stirbt, berührt von aller Anmut und allem Lächeln der Natur (…).“1

François-René Vicomte de Chateaubriand: «Mémoires d’outre-tombre»

Das aus der Spätromantik stammende Zitat Chateaubriands lässt erahnen, was Venedig auch heute noch nachgesagt wird: Dass es sich bei der geheimnisvollen Lagnenstadt um eine zutiefst „theatrale“ handelt, welche mit ihrer märchenhaften orientalischen Schönheit, ihren verfallenden Palästen und in ihrer Eigenschaft als Wasserstadt, die im Meer zu versinken droht, ein Faszinosum von unwiederstehlicher Anziehungskraft darstellt. Das Stadtbild Venedigs lädt zu theatralen Assoziationen regelrecht ein, wie beim Anblick der berühmten Bauwerke am Canal Grande und der Piazza San Marco wohl kaum jemand bestreiten wird. Wie sehr aber auch die abgelegenen und einfachen Gegenden Venedigs von Theatralität geprägt sind, soll unter anderem in dieser Untersuchung geklärt werden. Daraus lässt sich schon erahnen, dass es sich bei dem Phänomen der Theatralität um ein ausgesprochen komplexes handelt, dessen Reiz aber gerade auf einer oft nur schwer fassbaren Vielfältigkeit beruht, die wiederum den Charakter der Stadt im wesentlichen bestimmt. Diesen Umstand machte sich die fiktionale Literatur insbesondere seit der Romantik über das Fin de siècle bis annähernd zur Gegenwart zunutze. Warum dies so ist und auf welche Weise Theatralität dabei eine Rolle spielt, sowie...

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