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Paradies und Sündenfall

Stoffe und Motive der Genesis 3-Rezeption von Tertullian bis Ambrosius

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Gabriele Spira

Die Studie untersucht die Rezeption der Paradies- und Sündenfallerzählung des Buches Genesis, welche zu den wirkmächtigsten Texten des Alten Testaments zählt. In der christlichen Literatur hat diese eine eindrucksvolle Rezeptionsgeschichte erfahren. Die Autorin nimmt einen kleinen, aber zentralen Ausschnitt aus der langen Auslegungstradition in den Blick und konzentriert sich auf die ersten christlichen lateinischen Autoren bis zum Ende des 4. Jahrhunderts. Sie stellt die nordafrikanischen Schriftsteller Tertullian, Cyprian und Laktanz, aus dem gallischen Raum Hilarius von Poitiers, schließlich die Römerin Proba und Ambrosius von Mailand vor. Das Buch zeigt deren individuelle Auswahl und Deutung von Stoffen und Motiven aus Genesis 3.
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Kapitel IV: Hilarius von Poitiers

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Mit Hilarius von Poitiers kommt ein Autor in den Blick, welcher ca. 30 Jahre später als Laktanz, der seine Retraktration der Diuinae institutiones etwa um 324 abschließt, seine ersten Werke verfasst und dazu, in einen anderen kulturellen und biographischen Kontext eingebettet, sein Augenmerk auf andere Themenschwerpunkte theologischer Debatten und Inhalte richten kann als auf rein apologetische Anliegen; inzwischen ist das Christentum als religio licita anerkannt und vermag sich zunehmend in breiterem Rahmen zu etablieren. Allerdings dauern die innerchristlichen Auseinandersetzungen um dogmatische Klärungen – insbesondere des trinitarischen Verständnisses – auch zu seinen Lebzeiten an, und seine Biographie veranschaulicht, wie auch er vor allem in die speziellen Auseinandersetzungen seiner Zeit hineingezogen und für sein überzeugtes Eintreten gegen die „Arianer“ im Sinne einer Sammelbezeichnung für die Nicht-Nizäner mit Absetzung und Exilierung konfrontiert wird. Die Zeit des Exils bietet Hilarius jedoch auch die Möglichkeit, in einen intensiven Kontakt und Austausch mit der östlichen Theologie, besonders auch im Hinblick auf das nizänische Glaubensverständnis zu treten, so dass ihm in der Literaturgeschichtsschreibung die Bezeichnung eines „Athanasius des Abendlandes“1 beigelegt worden ist.

Hilarius’ von Poitiers Schriften dokumentieren sein weitgefächertes theologisches Interesse, das er sowohl in dogmatischen Werken als auch in historischen und polemischen Schriften, Hymnendichtungen und exegetischen Werken entfaltet.2 Obwohl einige Unsicherheiten im Hinblick auf eine präzise Datierung bestimmter biographischer Fakten zu Hilarius bestehen,3 gibt es doch auch einige Daten, die als gesichert gelten dürfen. ← 149 | 150 → Geboren um 310...

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