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Deutschlandismen in den Lernerwörterbüchern

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Chiara Scanavino

In Zeiten der Europäischen Union und der vereinfachten Mobilität innerhalb Europas ist es sehr wichtig, auf die eigene Sprachverwendung zu achten: Regional markierte Wörter erschweren die Kommunikation, besonders für die Lerner einer Fremdsprache, weil sie ungesteuert gelernt werden. Auch wenn die Standardsprache Deutschlands als überregional und übernational gilt, weicht sie vom Standard Österreichs und der Schweiz ab. Das Deutsche – wie das Englische und viele andere Sprachen auf der Welt – ist eine plurizentrische Sprache: Sie wird in mehreren Orten, den Zentren, kodifiziert. Deutschland verfügt über eine eigene nationale Varietät, auch wenn sich die Deutschen dessen nicht bewusst sind. Die Arbeit befasst sich mit den Deutschlandismen, den typischen, sprachlichen Merkmalen der Standardsprache Deutschlands, die von Ammon Teutonismen genannt werden, und zeigt, wie die Lexikographen sie behandeln sollten.
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Schlussbemerkungen

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Sind das Deutsche in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz drei Sprachen oder drei Varietäten einer Sprache? Die Standardvarietät Deutschlands weist viele Merkmale auf, die in Österreich und in der Schweiz auch bekannt sind und verwendet werden, obwohl sie in diesen Ländern nicht immer zur Standardsprache gehören. Im umgekehrten Fall sind auch Austriazismen und Helvetismen teilweise in Deutschland bekannt und werden verwendet. Daher ist das Deutsche eine plurizentrische Sprache, die aus demografischen Gründen über eine Asymmetrie unter ihren Zentren verfügt: Die Standardvarietät Deutschlands gilt als überregional und übernational, weswegen sich Österreicher und Schweizer benachteiligt fühlen, wenn sie ihre eigene Sprachvarietät in der Öffentlichkeit verwenden.

Die Plurizentrik des Deutschen wird in den Wörterbüchern jedoch schlecht widerspiegelt: Aufgrund der Verbreitung des Dudens und des Brockhaus-Wahrigs und der Überzeugung, dass das richtige und wahre Deutsch nur in der Bundesrepublik gesprochen wird, werden die typischen Merkmale der deutschen Sprache in Deutschland in den Wörterbüchern nicht verzeichnet. Damit wird die Varietät Deutschlands mit dem Gesamtdeutsch gleichgesetzt und der Eindruck erweckt, dass die nicht-markierten Ausdrücke allgemein bekannt sind. Darüber hinaus werden Muttersprachlern aus Österreich, der Schweiz oder aus anderen Ländern bei der Erkennung der eigenen nationalen Varietäten nicht geholfen. Deswegen wünscht sich Ammon (2004), dass in Zukunft Wörterbücher die Teutonismen neben den Austriazismen und den Helvetismen mithilfe des Variantenwörterbuchs des Deutschen – 2004 unter der Leitung von Ulrich Ammon ver...

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