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Die Praxis der/des Echo

Zum Theater des Widerhalls

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Edited By Veronika Darian, Micha Braun, Jeanne Bindernagel and Miroslaw Kocur

Der Band versammelt Lektüren gegenwärtiger und historischer Konstellationen in Theater, Text und Kunst, die Echo als Figur und Phänomen nachspüren. Im antiken Mythos ist die Nymphe Echo zur ohnmächtigen Wiederholung fremder Rede verdammt. Sie wird zum Sinnbild eines defizitären, vom Anderen abhängigen Wesens. Doch birgt der Widerhall mehr in sich, verweist er doch auf das widerständige Moment einer Zergliederung jedes «eigentlichen» Ausdrucks. Echos körperlose Stimme gemahnt an die Medialität der Kommunikation, das Entgleiten des Sinns, die Grenzen der Mitteilbarkeit und die Ambivalenzen einer Aneignung der Vergangenheit. Damit aber wohnt ihr ein entschieden theatrales Element inne. Echo wird als eigene Praxis wirksam.
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Doppeltes Echo auf Laurent Chétouanes Inszenierung von Kleists Das Erdbeben in Chili

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Ulrike Haß | Ein Echo kann nicht von allein anfangen, und ein Echo kommt niemals allein. Als mich die Einladung zu diesem Symposium erreichte, sprachen Marita und ich im Bochumer Büro gerade über die Inszenierung von Laurent Chétouane in Köln,1 und so fragte ich Marita, ob wir nicht einen Beitrag zum Echo auf Das Erdbeben in Chili2 zu zweit machen wollten. Es gibt also für unseren Beitrag keinen konzeptionellen Grund, nur einen Anlass und eine spontane Frage.

Ein Echo entspringt und endet, aber weder der Zeitpunkt des Entspringens noch der des Endens ist genau zu entscheiden. Das Echo hat mit einer Destabilisierung der Horizonte zu tun, zeitlich und räumlich. So tragen wir hier Fragmente eines Echos zusammen, das räumlich mit den Orten Paris,3 dem Ort der Aufführung Köln, mit Bochum, Berlin und jetzt auch Leipzig verknüpft ist. Zeitlich dehnt es sich bislang auf anderthalb Jahre aus, ohne deshalb jedoch zu enden.

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