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Die Praxis der/des Echo

Zum Theater des Widerhalls

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Edited By Veronika Darian, Micha Braun, Jeanne Bindernagel and Miroslaw Kocur

Der Band versammelt Lektüren gegenwärtiger und historischer Konstellationen in Theater, Text und Kunst, die Echo als Figur und Phänomen nachspüren. Im antiken Mythos ist die Nymphe Echo zur ohnmächtigen Wiederholung fremder Rede verdammt. Sie wird zum Sinnbild eines defizitären, vom Anderen abhängigen Wesens. Doch birgt der Widerhall mehr in sich, verweist er doch auf das widerständige Moment einer Zergliederung jedes «eigentlichen» Ausdrucks. Echos körperlose Stimme gemahnt an die Medialität der Kommunikation, das Entgleiten des Sinns, die Grenzen der Mitteilbarkeit und die Ambivalenzen einer Aneignung der Vergangenheit. Damit aber wohnt ihr ein entschieden theatrales Element inne. Echo wird als eigene Praxis wirksam.
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Das Echo der (Tanz)Geschichte: Erinnern und Wiederholen als Strategien der Selbstvergewisserung undo, redo and repeat von Christina Ciupke/Anna Till (2014)

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Sabine Huschka

Das Echo der (Tanz)Geschichte:1 Erinnern und Wiederholen als Strategien der Selbstvergewisserung undo, redo and repeat von Christina Ciupke/Anna Till (2014)

Echo – die Nymphe – »wiederholt […] nur das Ende der Rede, spricht nur nach, was sie gehört hat. […] Ihr Wesen […] erlaubt ihr nicht, zu beginnen. Doch, was es erlaubt, dazu ist sie bereit, auf Laute zu warten, um dann zu erwidern.«2

Echo, Nymphe und Ruferin, lässt mit ihrer Stimme etwas ertönen, das einem Ausgesprochenen Widerhall gibt. Was aus einer nahen und doch abständigen Begegnung mit dem Geliebten, dem Anderen und auch Fremden und seinen Worten hervorgeht, entfaltet einen Akt der Wiederholung, der nur annähernd und durchaus sinnverschiebend dem Gehörten eine Stimme gibt. Im Widerhall verlautet die Stimme – ähnlich und doch entstellend – etwas, was zuvor nicht hörbar war. Die Wiederholung erwidert auf eigene Weise und öffnet den Klang der ersten Stimme in einem anderen, entlegenen Klangraum eigener Art.

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