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Bas Böttcher

Text, Bild und Kommunikation

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Billy Badger

Das Buch befasst sich mit dem Künstler Bas Böttcher. Noch bevor die Poetry- Slam-Bewegung vor 20 Jahren in Deutschland Fuß fasste, stand er mit seinen rap-poetischen Texten auf der Bühne – als MC der HipHop-Formation Zentrifugal und auch als Lyriker. Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt er sich für die «Wiederentdeckung der akustischen Dimension von Dichtung» ein. In Clubs und Schulen, auf Literaturveranstaltungen und über diverse Medien erreicht Böttcher weltweit ein breites Publikum. Billy Badger untersucht diverse Aspekte von Böttchers Lyrik: die Funktion der poetischen Form; Authentizität und Nachahmung; der Bühnenlyriker als Neonomade; Sex- und Nahrungsmetaphern sowie die Poesie als lyrische Kamera.
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Vorwort

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Bevor ich zum Punkt komm1

Winter 1994, Hamburg. Dunkle Wolken hingen tief über der Stadt; ein kalter Wind fegte Regen von der Alster her und die Menschen von den Straßen. Wir suchten Zuflucht in den Kaufhäusern, Cafés und Passagen der Innenstadt. Mich trieb’s in die Thalia Buchhandlung, in eine Filiale am Fleet, wenn ich mich richtig besinne. Groß genug, dass man sich in ihren unzähligen literarischen Schätzen verlieren, und die Zeit verstreichen lassen konnte, bis die Finger wieder auftauten. Ich ging an den Regalen und Auslagen vorbei und suchte – wie immer – ein Buch, das Buch; eines, das sich mir aufdrängte. Ein schmaler Band im Wagenbach Verlag war es dann, der mich nicht losließ: der letzte Gedichtband von Erich Fried: Unverwundenes (1988). Allein der Titel schien so viele Deutungs- und Bedeutungsschichten wie eine Zwiebel zu bieten: streift man eine Schale ab, so wartet unten die nächste. Ich blätterte in den Seiten: Klare Sprache; eine irreführende Einfachheit, komprimierte Komplexität; Einsichten gewonnen von dem lebenslangen Kampf gegen Unrecht und der Erfahrung mit der Liebe und dem bevorstehenden Tod.

Als gebürtiger Nordire entstamme ich einer Kultur, wo jeder sein ‚party piece’ hat – ein Lied, eine Ballade; ein Gedicht, eine Story. Einen Text, den man bei jeder öffentlichen Gelegenheit zur Hand hat – im Pub, in der Küche, bei Hochzeiten und Begräbnissen, auf einer Hausparty. Ermutigt von genug Guinness, Whiskey und anderen Gästen stellt man sich...

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