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Bas Böttcher

Text, Bild und Kommunikation

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Billy Badger

Das Buch befasst sich mit dem Künstler Bas Böttcher. Noch bevor die Poetry- Slam-Bewegung vor 20 Jahren in Deutschland Fuß fasste, stand er mit seinen rap-poetischen Texten auf der Bühne – als MC der HipHop-Formation Zentrifugal und auch als Lyriker. Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt er sich für die «Wiederentdeckung der akustischen Dimension von Dichtung» ein. In Clubs und Schulen, auf Literaturveranstaltungen und über diverse Medien erreicht Böttcher weltweit ein breites Publikum. Billy Badger untersucht diverse Aspekte von Böttchers Lyrik: die Funktion der poetischen Form; Authentizität und Nachahmung; der Bühnenlyriker als Neonomade; Sex- und Nahrungsmetaphern sowie die Poesie als lyrische Kamera.
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5. Neonomade

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Ich rollte leise über Gleise. Die schienen endlos. […] Wäre am liebsten geblieben, doch die Bahn brachte mich wieder zich Kilometer weiter.541

Worauf bzw. auf wen sich der Titel Böttchers zweiten Gedichtbands beziehen soll, liegt nicht sofort auf der Hand.542 Rezensenten der schmalen Sammlung liefern keine Hinweise; sie ignorieren weitgehend den Titel und dessen Bezug auf eine neuzeitliche nomadische Figur und beschränken sich stattdessen auf allgemeine Bemerkungen zum Sprachwitz des Autors und zur Konsumkritik seiner Texte.543 Während der Titel Böttchers jüngsten Gedichtbands Vorübergehende Schönheit im Gedicht „Schnappschüsse“ kontextualisiert wird, scheinen keine der knapp 21 Texte von Neonomade einen aufklärenden Kontext zu bieten, denn außer im Titel kommt der neue Nomade nicht noch einmal explizit im Band vor.

Das Wort an sich stellt ja keine neologische Begriffsprägung des Autors dar, denn mit dem Verweis auf den neuen Nomaden greift Böttcher einen Terminus auf, der, wie Joanna Keller schreibt, seit „geraumer Zeit […] durch Feuilletons und akademische Debatten“ geistert:544

Die heutige Welt scheint in zunehmenden Maße [sic!] von sogenannten ‚neuen Nomaden’ bevölkert zu werden. Im Fahrwasser der Globalisierung entstehe eine neue Kultur der Beweglichkeit, die fest verankerte Strukturen durcheinanderwirbele. Als ‚nomadisch’ gilt dabei jegliche mobile Lebensweise: die Flüchtlinge aus Not, die MigrantInnen in den Metropolen und die Jet-Setter einer globalisierten Kultur und Ökonomie.545

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