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Zivilgesellschaft im Widerstreit

Konkurrenz zwischen Staat, Ökonomie und Zivilgesellschaft in der Realisierung des gesamtgesellschaftlichen Gemeinwohls

Reinhard Hildebrandt

In der gegenwärtigen Demokratie spielt das zivilgesellschaftliche Engagement selbstbestimmter und selbstverantwortlicher Bürger eine immer größere Rolle. Sie geben sich selbst Gesetze und handeln danach, obgleich ihnen eigennütziges Handeln nicht fremd ist. Beide Verhaltensweisen bestimmen zivilgesellschaftliches Engagement. Zivilgesellschaftliche Gemeinwohlbelange treten zunehmend in Konkurrenz zu den etablierten Gemeinwohlbelangen des Staates und der Ökonomie. Dringendste Aufgabe der Gegenwart ist die Erarbeitung eines zivilgesellschaftlich orientierten gesamtgesellschaftlichen Gemeinwohls. Repräsentanten der Zivilgesellschaft sollten künftig gleichberechtigt mit den Entscheidungsträgern aus Staat und Ökonomie das gesamtgesellschaftliche Gemeinwohl realisieren. Geschieht dies nicht, ist die Demokratie gefährdet.
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II. Vielfalt zivilgesellschaftlichen Engagements

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1. Ehrenamtliches Engagement

Der Freiwilligensurvey1 (Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftliches Engagement), im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vom Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest Sozialforschung München im Jahr 2009 durchgeführt (nach gleichlautenden Untersuchungen 1999 und 2004), unterscheidet für öffentliche Organisationen und Institutionen in unbesoldete/ehrenamtliche Mitarbeiter und bezahlte hauptberuflich Tätige. Ob die hauptberuflich Angestellten andere Motive leiten als die Freiwilligen, bleibt zunächst ungeklärt. Der Survey benutzt den Begriff „freiwilliges Engagement“ als sozialwissenschaftlichen Dachbegriff. Er bezieht sich mit seinen Forschungen auf die „Infrastruktur der Zivilgesellschaft“, dem sogenannten „Dritten Sektor“, worunter vor allem die in Vereinen organisierten Bereiche Sport und Bewegung sowie Kunst, Kultur und Musik zählen, aber auch Politik- und Berufsverbände sowie Freizeit und Geselligkeit, kirchliches Engagement, Beteiligungsformen in Schul-, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Umwelt- und Tierschutz sowie als besonderes Beispiel die freiwillige Feuerwehr. Die organisatorischen Formen von Gruppen und Initiativen reichen bis hin zu Großverbänden. Der sogenannte „Dritte Sektor“, innerhalb dessen sich öffentliche Beteiligung und Engagement vollziehen, ist laut Survey ein wichtiger gesellschaftlicher Bereich neben Wirtschaft und Staat. Dessen Angebote stünden allen „gutwilligen Menschen“ offen.

1.1 Unterschiede in der Teilnahme

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